Arbeitslosigkeit und ihre Auswirkungen

„Arbeitslose sind Arbeitsunwillige, die bequem sind und sich nicht genügend um einen Job bemühen.“ Diese Sichtweise mag für einen Teil der Menschen stimmen, die ohne Job sind. Aber – so meine Erfahrung – nur für einen kleinen!

Umso erstaunlicher, dass die traditionellen Wirtschaftswissenschaften diese These mit einer impertinenten Hartnäckigkeit stützen. Neuerdings ernten sie damit aber in der eigenen Zunft Widerspruch. „Das Schicksal der Arbeitslosigkeit hat nichts mit Faulenzerei zu tun, sondern ist fast immer ein aufgezwungenes Phänomen“, sagt Rainer Winkelmann, Ordentlicher Professor für Statistik und Empirische Wirtschaftsforschung an der Universität Zürich.

Der britische Ökonom und Autor Richard Layard doppelt nach: Für Arbeitslose sei der Einkommensverlust weniger schlimm als der Verlust von Selbstwertgefühl und sozialen Kontakten. In seinem Buch Die glückliche Gesellschaft plädiert Layard für einen Perspektivenwechsel in Bezug auf uns selbst und unser Verständnis vom individuellen Glücksgefühl.

Lesen Sie mehr darüber in der Süddeutschen Zeitung: Arbeitslosigkeit – Wenn die freie Zeit zur Last wird

(via Wachstumsblog)

4 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Die Arbeitslosigkeit kann wirklich zur Last werden, schließlich hat man kein richtiges Einkommen und keine wirklich sinnvolle beschäftigung. In den ersten Wochen mag es noch gehen, aber wenn aus den Wochen Monate gar Jahre schon werden…dann ist das für einen Menschen gar nicht gut. Wenn ich so aus meinen Familienkreis an jemanden denke…kann ich sehen das sich daraus echte Deppressionen entwickeln können…das finde ich dann ganz schlimm. Die verlieren dann meistens ganz die Hoffnung…und haben dann nicht mehr die Kraft dazu sich weiterhin um einen Job zu bemühen…schon traurig!

  2. Hallo,

    in Ihrem Artikel finde ich mich wieder, da ich trotz Studien und Managementausbildung seit mehreren Jahren arbeitslos gemeldet bin und mir sehr oft die Energie und Kraft fehlt, mich zu bewerben oder gar bei einem Vorstellungsgespräch professionell aufzutreten. Die sich daraus ergebenden finanziellen Schwierigkeiten lassen es mir kaum zu, meinen Aufgaben als Familienvater annähernd gerecht zu werden.

    Außerdem erschwert die ‚Bundesagentur für Arbeit‘ (Deutschland) die Versuche für Unternehmen tätig zu sein, durch unnütze Tyranneien der sogenannten Beamten in Form von Kürzungen und sogar Zahlungsverweigerungen. Die Versorgung von Kindern ist in Deutschland leider nicht mehr gegeben. Da die Einkünfte als Arbeitsloser unter dem Existenzminimum liegen, leben die meisten Kinder in Armut und müssen teilweise hungern. Dies stört den Staat in keinsterweise, obwohl es den Abgeordneten statistisch vorliegt.

    Trotz Abitur und Studium hat man in Deutschland kaum eine Chance auf einen guten Arbeitsplatz.

  3. Danke für Ihre persönlichen Erfahrungsberichte. Es sagt sich locker, ist aber sehr ernst gemeint: ich wünsche Ihnen alles Gute!

  4. Kann das von mir aus auch bestätigen. Ich bin nun seit 10 Monaten arbeitslos. Ich versuche wirklich alles, was im Rahmen des Möglichen ist. Leider kommt zu der Tatsache, das Erzieherinen nicht wirklich viel gesucht werden noch erschwerend hinzu, das ich alleinerziehend bin.
    Was macht man also? Wenn es als Erzieherin nicht klappt, versucht man eben was anderes. Call Center sind bei uns ja genug, hab ich mir mal gedacht. Nur beim ersten stimmten meine Verkaufszahlen nicht, also nach 4 Wochen wieder rausgeschmissen, gerade beim 2. mach ich 30h/Woche, arbeite nun seit 2 1/2 Wochen, allerdings im mom. ohne Vertrag, fehlten noch Unterlagen der Krankenkasse. So, nun erzählen die mir plötzlich, ich wär dann geringfügig beschäftigt. Bei 30/h die Woche? Plus irgendwelche Meetings, die keiner braucht? Und das unter Arbeitsbedinungen, die wirklich unter aller Sau sind.

    Sorry, ich bin wirklich bereit fast alles zu tun, um aus der Arbeitslosigkeit zu kommen. Aber irgendwo gibt es dann trotzdem Grenzen.
    Und mir dann noch vorwerfen lassen zu müssen, ich würde mich nicht richtig bemühen, ist einfach nur lächerlich.
    Ist schon ganz schön demotivierend, da hat man irgendwann allerdings auch keine Lust mehr, sich zu bemühen.

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