Aufgaben mit Gelassenheit und Konzentration erledigen – ganz ohne Stress?

«Endlich stressfrei» – unzählige Gurus verraten uns (natürlich gegen Bares) die Geheimnisse des stressfreien Lebens. Der Psychologe Dr. Martin Christian Morgenstern (Autor von «Furchtlos verkaufen – Hemmungen aus und Überzeugungspower an!») betrachtet den Stressbegriff differenzierter und gibt 7 Tipps, man den optimalen Stresslevel findet, der einem Flügel verleiht.

 

3 Stressarten

Stress kann in 3 Stufen unterteilt werden: zu wenig Stress, konzentrierender Stress und zu viel Stress.

Zu wenig Stress haben wir, wenn wir entweder müde sind oder uns ein Aufgabe langweilt, unterfordert. Unterforderung entsteht klassisch bei Routineaufgaben, weil wir diese quasi im Schlaf erledigen können. Wir laufen dann im Modus «Unterforderung». Das erkennen wir daran, dass wir ziellos unseren Gedanken nachhängen und unkonzentriert sind. Diese Stressstufe macht keinen Spass!

Konzentrierenden Stress erleben wir bei einer zu bewältigenden Herausforderung. Wir haben das Problem zwar noch im Griff, aber sie erfordert unsere volle Aufmerksamkeit. Wir sind voll bei der Sache und die Zeit vergeht wie im Flug. Wir sind in diesem Modus, wenn wir die Aufgabe erledigen wollen (statt müssen), wenn wir sie mit Leidenschaft anpacken.

Schliesslich gibt es noch den Stress, den wir üblicherweise meinen, wenn wir sagen «das stresst mich!» Hier entzieht sich die Situation immer mehr unserer Kontrolle. Das ist oft der Fall, wenn wir wir eine Aufgabe machen müssen (aber nicht wollen) und äussere Einflüsse wie Zeitdruck unseren Spielraum einschränken oder sogar aufheben. Aus diese Stufe macht keinen Spass.

Zusammengefasst können wir sagen: Zuviel Stress ist unangenehm, zu wenig auch. Ein mittleres Stressniveau ist perfekt!

 

7 Techniken

Gelassen, konzentriert und stressfrei? Mit diesen Techniken könnte es klappen!

1. Kopf aufräumen

Genauso wie auf Ihren Schreibtisch sollten Sie auch in Ihrem Kopf aufräumen. Nehmen Sie sich dazu jeden Tag 5 Minuten Zeit und schreiben Sie alles (!) auf ein Blatt Papier (nicht in den Computer), was Ihnen im Kopf rumgeistert. Und Sie werden merken: Sie werden sofort einen klaren Kopf bekommen.

2. Eins nach dem anderen

Damit Sie sich einer Sache voll und ganz widmen können, braucht Ihr Gehirn einen Ablaufplan. Erstellen Sie deshalb eine simple Checkliste, in der die Teilaufgaben nach Prioriät geordnet ist. Arbeiten Sie die Punkte von oben nach unten ab – schön «eins nach dem anderen». Bleiben Sie stur bei diesem Modus, bis eine kurzfristige Änderung sie zwingt, Ihre Liste zu ändern oder zu ergänzen.

3. Ordnung ist das halbe Leben

Sorgen Sie regelmässig auch für äussere Ordnung. Wir Menschen mögen einfache und klare Bilder, Gegenstände und Situationen. Ein unaufgeräumter Schreibtisch ist das Gegenteil. Unbewusst löst diese Unklarheit Stress aus, weil das Gehirn viel Energie aufwenden muss, um das Chaos aufzuräumen und sich auf das im Moment wirklich wichtige zu konzentrieren.

4. Pause

Achten Sie einmal darauf, wie oft Sie während eines Tages von einer kleinen Müdigkeit «überfallen» werden. Dabei fallen Sie aus dem Modus des konzentrierenden Stress. Machen Sie deshalb eine Pause, 5 Minuten genügen in der Regel. Wichtig ist dabei, dass Sie «komplett abschalten».

5. Trinken

Mittlerweile ist es bekannt: wir trinken zu wenig und sollten täglich mindestens 1½ Liter Wasser trinken. Sobald Sie merken, dass der Stress der Stufe 3 Sie «erwischt», können Sie über einen einfachen Trick Ihr Nervensystem beruhigen: trinken Sie etwa ½ Liter Wasser. Das erhöht sehr schnell Ihre Konzentration und beruhigt.

6. Stress hilft gegen Langeweile

Eine Aufgabe langweilt Sie? Dann sind Sie sind im Stresslevel 1. Versuchen Sie einmal folgendes: erhöhen Sie das Tempo, bis Sie in die Aufgabe eintauchen, oder aktivieren Sie Ihren Körper durch ein wenig Bewegung. Ergänzend können Sie auch einen starken Kaffee oder Tee trinken.

7. Einfach mal die Luft anhalten

Wenn Sie viele Gedanken im Kopf plagen, dann atmen Sie tief ein, halten während ca. 10 Sekunden die Luft an und atmen danach weiter – so langsam wie möglich. Und Sie werden schnell merken: es hilft, meist wird es bereits ruhiger im Kopf! Wenden Sie ergänzend die Technik 1 an, wenn in Ihrem Kopf grad besonders viel Betrieb ist.

 
Und? Wirkt es es bei Ihnen? Oder haben Sie eine andere Technik, um im richtigen Stressmodus möglichst effektiv zu sein? Ich freue mich über Ihren Kommentar!

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