Burnout! Burnout?

Ausgebrannt, leer, demotiviert, ohne Antrieb, ohne Perspektive. So lassen sich die Symptome beschreiben, wenn’s um Burnout geht.

Wikipedia beschreibt Burnout (genauer: das Burnout-Syndrom) so:

Der Begriff Ausgebranntsein oder englisch Burnout-Syndrom (engl. to burn out – ausbrennen) bezeichnet einen besonderen Fall berufsbezogener (auch familiärer) chronischer Erschöpfung. Erstmalig verwendete der Psychoanalytiker Herbert Freudenberger 1974 den Begriff.

Ist das Burnout, bzw. dessen Auswirkungen, der Preis, den wir in der heutigen Arbeitswelt bezahlen müssen? Sind das die Nebenwirkungen der immer wieder geforderten Flexibilität?

Oder ist es bloss eine „Modeerscheinung“ in der Berufswelt? Und gehört für zum anerkannten Business-Menschen genau so dazu wie Stress, TimeSystem & Co.?

Ich weiss es nicht. Die verschiedenen Publikationen dazu erweitern zwar den (Wissens-)Horizont zum Thema, geben (mir) aber keine klare Antwort:

Haben Sie Erfahrung mit Burnout (oder vermeintlichem Burnout)? Als Betroffene/r, direkt oder indirekt? Ihre Meinung interessiert – bestimmt nicht nur mich …

15 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Ich dachte immer, dass ein Burnout-Syndrom vergleichbar oder einer Depression „nach- oder vorgeschaltet“ sei. Das ist aber scheinbar nicht so. Kürzlich gab es eine interessante Diskussion bei „Maischberger“ im TV. Ich habe den Eindruck, als würde der dort befragte Psychologe mit dem Begriff Burnout nicht all zuviel anfangen konnte. So kann das sein, wenn ein Wort Hochkonjunktur hat. Das Gefühl, die Befindlichkeit die man mit dem Begriff verbindet ist aber sicher für viele Menschen nichts fremdes.

  2. Es ist sehr schwierig sich tagtäglich zu motivieren. Manchmal hilft ein netter Kalender über den Frust hinweg…

    „Burnout“ ist der Preis für ein vom ‚Killer-Instinkt‘ geprägtes neoliberales Arbeits- und Gesellschaftsklima!

  3. Na hoffentlich ist dein Januarloch nicht das erste Anzeichen eines beginnenden Burnout-Syndroms?!?!

    zum Thema:
    Auch wenn es sich sicherlich um ein „Modewort“ handelt so ist doch die Erkrankung dahinter SEHR ernst zu nehmen. Der chronischer Erschöpfungszustand, mit oder ohne Depression (oder anderen psychischen Problemen wie Anpassungsstörungen), mit oder ohne psychosomatischen Krankheitssymptonen (Rücken-/Kopfschmerzen, Schlafprobleme, Magen-Darm-Erkrankungen, Gereitzheit, Stimmungsschwankungen, Tinnitus, Über- oder Untergewicht, usw.) tritt vor allem bei besonders engagierten Mitarbeitern auf. Und zwar dann wenn sie über längere Zeit ihr Engagement umsonst oder gar gegen Druck oder Mobbing einsetzen.

    Hier sollte die Arbeitswelt einsetzen und mehr Möglichkeiten bieten das Engagement auch umzusetzen, Druck umzuwandeln in produktive Tätigkeiten und Mobbing am besten ganz abschaffen.

    Nur – ein Patentrezept dafür hab ich auch nicht. Das kann nur Schrittchen für Schrittchen im Kleinen, in jeder Arbeitsgruppe geschehen.

    LG
    [:] Nati

  4. Danke für Ihre/Eure bisherigen Beiträge. Sie erweitern mein Sicht (und zeigen gleichzeitig, dass – wie eigentlich erwartet – das Thema zu komplex ist, um mit Blog-Kommentaren abgehandelt zu werden; aber es gibt Licht.)

    @ Nati
    Vielleicht ist das „Januarloch“ eine Folge von richtiger Prioritätensetzung und somit von intuitiver Burnout-Prävention?

  5. Leider ist Burnout ein Modewort geworden, der inflationär in der Sprache eingesetzt wird: „Hatte meinen Miniburnout am Weekend“. Für Betroffene wie mich – halbes Jahr krank geschrieben, Klinik, Therapie, nun wieder teilzeit am Arbeiten – ist das ärgerlich und schmerzhaft. Denn der Weg aus der Erschöpfung ist lang, steinig und hart. Die Erschöpfung selber eine handfeste und teils existenzielle Krise. Ich möchte die Publikationsliste ergänzen und verweise ich auf den Artikel aus der NZZ aus dem Frühjahr 2006. Meines Erachtens jene Publikation, die das Phänomen Burnout am besten beschreibt:

    http://blog.burnies.ch/?p=105

    Und (mittlerweile) ein nützlicher Link für Betroffene, Angehörige oder Arbeitgeber: http://www.swissburnout.ch

  6. Pingback: Burnout - Blogempfehlung - JobBlog - Marcel Widmer

  7. Hallo Marcel,

    wenn du solche Burnout-Prophylaxe betreibst – herzlichen Glückwunsch! Viele Betroffene brauchen bestimmt einen langen Weg bis sie an dieser Stelle (wieder? erstmals? jemals?) angekommen sind.

    Und Firmen, die eine solche Prophylaxe betreiben gibt es nicht viele!

    Einen umfassenden Artikel zum Thema findet man/frau übrigens unter http://www.psychosoziale-gesundheit.net/psychiatrie/burnout.htm. Burnout ist – auch meiner Erfahrung nach – eine Kombination von Innen- (im Betroffenen!) und Außen-(auf der Arbeit, in der Familie, in der Gesellschaft)einflüssen.

    Und noch einen Aspekt: Auch über Alkoholkranke wurde lange als „Modeerscheinung“ geredet, der Begriff „Krankheit“ wurde abgelehnt, eine unklare Diagnostik unterstellt – und heute? Es ist ein anerkanntes Krankheitsbild, es gibt definierte und qualitätsgeprüfte Behandlungsmethoden.
    Vielleicht muss Burnout erst noch „normal“ werden bevor es anerkannt wird?

    Schön und interessant, das du das Thema hier aufgerollt hast!

    Danke
    [;-] Nati

  8. Pingback: Paddy’s Life » Burnout-Prävention mittels Jahresziel

  9. ja hab ich….aber das weisst du ja! :-)
    Burnout ist ganz sicher ein „Modewort“, früher hiess es schlicht Nervenzusammenbruch…heute hat jede/r das Gefühl ein Burnout zu haben der sich mal etwas abgeschlagen fühlt. Das selbe geschah ja mit dem Wort „Depression“….auch hier vergass man dass es x Depressionstypen gibt und ein Durchhänger nicht gleich ne Depro ist!
    Burnout klingt gut…..aber es tut nicht gut!
    Ich darf hier ja keine Werbung (mehr) machen…..:-), aber wer will findet den Weg auf meine Burnout Seite sicher!

  10. Ich darf hier ja keine Werbung (mehr) machen…..:-)

    Aber ich darf ;-)

    Deshalb eine Empfehlung an alle, die sich mit dem Thema Burnout beschäftigen oder sogar davon betroffen sind:

    „Bluetime“ ist selbst vom Burnout geplagt, geht aber offen (und offensiv) mit dem Thema um. Und führt über das Burnout im Allgemeinen und über Ihre eigene „Geschichte“ mit dieser Krankheit eine eigene Website mit vielen nützlichen (Hintergrund-)Informationen:

    Ausgebrannt – Eine Seite über Burnout aus der Sicht einer betroffenen Frau

  11. zur Frage ob Burnout nur vom Job kommt, klares nein es hängt sehr an der Persönlichkeit und seinem sozialem Umfeld Familie…Freunde.
    Ich bin betroffener und habe bestimmt auch im Beruf übertrieben aber den Bo habe ich meiner pers. Einstellung zu verdanken in allen Lebenslagen.
    Diese zu ändern oder mal gedanken darüber zu machen dazu hat mich mein BO gezwungen.

  12. hallo! ich denke, burn-out ist in vielen fällen folge einer organischen erkrankung, und zw. einer störung der hormondrüsen. ich war auch oft aufgebrannt (probleme mit der ehe und in der arbeit) und war richtig am ende. dann habe ich durch ddr. heinrich in wien meinen hormonstatus feststellen lassen und hormone genommen. nach kurzer zeit ging’s mir bereits besser und ich konnte wieder produktiv sein. wie gesagt, es war eine phase der größeren belasung, die ich dadurch meistern konnte. eine dauerhafte substitution würde ich nie machen.

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