Deutsche in der Schweiz: heim ins Reich?

Soeben habe ich einen Artikel im deutschen manager-magazin.de gelesen: Geht doch heim ins Reich

Wer mit dem Gedanken spielt, in die Schweiz auszuwandern, sollte nicht davon ausgehen, willkommen zu sein. Deutsche sind dort viel weniger beliebt, als sie selbst glauben. Denn die Einwanderer rivalisieren mit den Schweizern um die besten Jobs. Unterdessen haben die Eidgenossen Angst vor der „Neuen deutschen Welle“.

Ich schätze die Artikel im manager-magazin.de sehr. Normalerweise. Aber dieser hier ist m.E. nun wirklich „unter aller Sau“, weil er sehr vereinfacht bzw. nur einzelne (tendenziös ausgewählte) Stimmen aufgreift:

  • 2 Studenten der Uni St. Gallen hätten Mühe gehabt, Kontakt zu Schweizer Mitstudenten zu knüpfen
  • 1 Austausch-Journalistin hätte eine Schimpftirade eines Tierarztes erlebt und dabei persönlichen Ausländerhass erlebt
  • „die Schweizer Tageszeitungen“ (alle?) hätten im Sommer die Einwanderungsstatistik mit „Einmarsch der Deutschen“ oder „Deutsche lieben unsere Jobs“ kommentiert

Mir geht es nicht darum, ob die beiden Studenten in St. Gallen selbst zur Ablehnung beigetragen haben (alles hat ja bekanntlich immer zwei Seiten), die Journalistin an einen Ausländerhasser geraten ist (ja, die gibt es auch in der Schweiz) oder die Schlagzeilen in den Zeitungen (vermutlich in der mit den grossen Buchstaben) geschickt gewählt sind.

Ich finde die sehr einseitige und reisserische Berichterstattung schlicht und einfach daneben. Das mag für die Zeitungen mit den grossen Buchstaben OK sein, aber vom manager-magazin.de hätte ich es nicht erwartet. Es geht mir aber nicht darum, die Schweiz zu verteidigen (auch hier ist nicht alles Gold, was glänzt) oder die Deutschen zu verteufeln (auch dort gibt es solche und solche). Was mich stört ist die Botschaft zwischen den Zeilen: „Schweizer mögen Deutsche nicht“. Das stimmt so nicht, nicht in dieser Pauschalisierung, nicht in der Grundsätzlichkeit. Und solche Verallgemeinerungen bringen uns nun wirklich nicht weiter …

Wenigstens hat Anna Imfeld sauber recherchiert mal schnell gegoogelt und die Blogwiese entdeckt. Und lässt Jens-Rainer in ihrem tendenziösen Artikel kurz zu Wort kommen. Jens-Rainer ist ein bekannter und geschätzter Blogger, der witzig-nüchtern, aber nie tendenziös, über den Alltag eines Deutschen in der Schweiz berichtet. Zum Bespiel über das „Schweizerische Verzögerungsmoment“: Nach jedem Satz erst eine Sekunde warten – Über die Wahrnehmung von Ironie bei den Schweizern.

Eine weitere Website, die ich Ihnen gerne empfehle (weil sie ausgewogen an das Thema herangeht): Das Hallo-Schweiz-Forum von Tina Haag. Hier tauschen sich (vorwiegend) Deutsche und Österreicher über das Leben in der Schweiz aus. Und unterstützen sich gegenseitig mit Tipps, wie man mit uns ausschliesslich Fondue essenden und Fahnen schwingenden Eidgenossen arrangieren kann.

72 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Hallo,
    vielen Dank fürs freundliche Erwähnen der Blogwiese! Es ist eine AP Meldung, die am Donnerstag um 10:00 Uhr über den Ticker ging und die von diversen Zeitungen übernommen und abwandelt wurde. Siehe unten rechts bei den „Medien über Blogwiese“ auf meiner Site
    Gruss, Jens

  2. Danke fuer’s „Heim ins Reich“! Merken Sie eigentlich nicht das Sie hiermit Ihren eignen Artikel aufs groebste, in sich, untergraben haben? Deutsch Sprach schwere Sprach? Sie sollten auch Politiker werden (In der Schweiz bitte).
    Anstand ist heutzutage ja so selten geworden dass jeder Beitrag zu schaetzen ist.
    Ihr ausserordentlich hohes Intelektuelles Niveau beweisen Sie hiermit auch, ehrlich gesagt kein Wunder bei den HR…

  3. Als Deutscher, der einige Jahre in der Schweiz gearbeitet hat und verschiedene Bekannt- und Freundschaften mit Schweizern pflegt, fällt mir eigentlich nur eine Frage dazu ein: Fondue? Ich dachte, ihr esst nur Käse und lutscht Ricola… ;-)

  4. Ich denke das sie vor allem SVP waehlen …:)
    …Naja… Ricolas haben ja eine auch eine braune Farbe…(groel)

  5. @ Anton
    Habe ich irgendwie irgendetwas verpasst? Oder haben Sie meinen Artikel gar nicht gelesen und nur gleich mit einer (offensichtlichen) Wut im Bauch drauflos getippt?

  6. Es gibt scheinbar auch Auslaender die vor bald 30 Jahren im Kanton Schwyz die Primarschule (durch)gemacht haben…. ;)
    Die lokalen braunen Denkmuster kenne ich also aufs aller-feinste, und die sind auch weiter links als bei der SVP zu finden… also mehr als „nur“ bei 26%.
    Sie stellen Fremdenfeindliche als schraege Minderheit hin…doch wo bleibt da die beruehmte Kollegialitaet?
    Was ihr „Heim ins Reich“ betrifft kommen Sie hierauf in Ihrem Text nicht zurueck….dass Sie nicht rassistisch sind aber gerne lachen, glaube ich Ihnen auch.

  7. Nachtrag vom sensieblen Anton:

    Naja, aber wirklich deutschfeindlich sind in den zivilisierten Breitengraden und Umstaenden der Schweiz weniger als 5%… in der Welschschweiz weniger als 2%…es schadet trotzdem nicht die Deutschen zu vorwarnen… dann bleibt ihnen im Ernstfall wenigsten nicht der Mund offen stehen….;)

  8. @ den sensiblen Anton
    Alle Achtung, mit welcher Fantasie Sie meine Zeilen interpretieren und mit welcher Schärfe Sie daraus Ihre Schlussfolgerungen ableiten. Verstanden habe ich Ihre Botschaft zwar immer noch nicht. Aber das wird wohl an mir liegen …

    Übrigens: Texte, die kursiv und grau dargestellt sowie mit einer senkrechten Linie links markiert sind, sind Zitate. Im konkreten Fall ein Zitat aus dem Artikel im manager-magazin.de. Nicht, dass Sie mir da was unterstellen, was nicht aus meiner Feder stammt ;-)

  9. OK, ich entschuldige mich.
    Ich bin vom Titel zum Zitat gesprungen, die Zeile dazwischen habe ich uebersehen…ok, der persoenlich Angriff auf Sie tut mir wirklich leid.

    Der Rest, wie sie vielleicht gemerkt haben, beziehen sich nicht auf Ihren Text, sondern die Realitaet und die unschoenen Gesichter welche diese annehmen kann, und wie die letzteren wirken und schaffen koennen, wuerde man nicht denken, auch wenn es streng genommen „nur“ 26% sind…..und wissen Sie, streng genommen, einmal genuegt haeuffig…aber das ist ja nich wahr was diese Deutschen da sagen….

    Ich bleibe also dabei sie der Beschoenigung zu bezichtigen.

  10. OK, Entschuldigung angenommen.

    Vielleicht noch das hier zur Klärung:
    1) Ich habe eine internationale Schule mit rund 30 Nationen besucht, war beruflich rund 20 Jahre in internationalen Firmen tätig und viel beruflich im Ausland unterwegs. Ich habe Freunde und Bekannte auf der ganzen Welt (sehr viele auch in Deutschland).
    2) Aus dieser Erfahrung heraus weiss ich: Es gibt Deutsche, die ich mag – und solche, die ich nicht mag. Franzosen, die ich mag – und solche, die ich nicht mag. Schweizer, die ich mag – und solche, die ich nicht mag. Argentinier, die ich mag – und solche, die ich nicht mag. Serben … Norweger … Australier … usw. usf. Mit anderen Worten: es gibt überall „solche und solche“.
    3) Was mir am Artikel nicht gepasst hat, ist die Verallgemeinerung, die Pauschalisierung. „Deutsche sind so“, „Schweizer sind so“. Das ist es, was mich stört. Ich mag’s gerne differenziert.

    Und noch das hier zum Schluss: Wenn Sie das nächste Mal gleich aus vollen Rohren „schiessen“ und mir sprachliche Unfähigkeit, mangelnden Anstand, fehlendes intellektuelles Niveau, Rassismus, SVP-Nähe und anderen Nonsens unterstellen wollen, dann werde ich nicht mehr so geduldig mit Kommentaren hantieren. Und Sie einfach aus dem Blog schmeissen!

  11. Vorgestern war ich in Wangen an der Aare wieder einmal bei Freunden, bei netten Schweizern mir internationalem Hintergrund. Und wie immer habe ich mich pudelwohl gefühlt. Ehrlich gesagt, dieses ständige Hervorzerren von Stereotypen macht mich seit längerer Zeit nur noch müde. Die Leute, die sich ein bisschen den Wind um die Nase wehen ließen, glauben diesen Käse sowieso nicht, und die anderen lassen sich von ihren liebgewordenen Vorurteilen ohnehin nicht abbringen. Was solls also?
    Eine andere Frage, lieber Marcel: Was hat Dich dazu bewogen, das Manager Magazin für eine seriöse Zeitschrift zu halten? Für mich bedient dieses Blatt die selben Bedürfnisse wie die Regenbogenpresse, Klatsch und Tratsch nämlich. Da wird beschrieben, wer wem am Stuhl sägt und allerlei Eitelkeiten befriedigt. Man achte nur einmal darauf, wie sich die Manager für diese Zeitschrift fotografieren lassen. Ich wundere mich nicht, das dieser von Dir kritisierte Beitrag gerade in diesem Journal erschienen ist.

    Gruß
    Stephan, aus dem nördlichen Ausland

  12. Danke, Sie duerfen mich aber rausschmeissen, nehme sowas nicht persoenlich….jedenfalls nicht auf Blogs.

    Ich habe auch je mehrere Jahre in 4 verschiedenen Laendern gearbeitet, das gibt es effektiv ueberall.
    Man sollte es halt vermeiden wie Sie hier „fuer das Boese zu arbeiten“.
    Streit beruht haeffig auch aus einem Teil Missverstaendniss…also nochmals sorry…Grins, ich weiss SVP ist schwerwiegend.

    P.s. Erst neulich hat mir eine Arbeitskollegin erzaehlt das sie als Alteingesessenen auf der Gemeinde auch wie Dreck behandelt wird (peinlich fuer mich)…wieso lasst Ihr euch das gefallen?

  13. @Stephan

    Was hat Dich dazu bewogen, das Manager Magazin für eine seriöse Zeitschrift zu halten?

    Ich habe gesagt, dass ich die Artikel des mm normalerweise sehr schätze. Dies, weil häufig Themen behandelt (oder zumindest angerissen werden), die sich mit unserem Joballtag beschäftigen. Und für mich so willkommene Dankanstösse sind. (Ich erwarte ja nicht fixfertiges Wissen – nach-denken tut immer gut.)

    Man achte nur einmal darauf, wie sich die Manager für diese Zeitschrift fotografieren lassen.

    Fotos sind für mich eine Null-Information. Mich interessiert das „Dahinter“ (und Dich doch auch, so wie ich Dich kenne.)

    Marcel, aus dem südlichen Ausland :-)

    @ Anton

    Man sollte es halt vermeiden wie Sie hier “fuer das Boese zu arbeiten”.

    *kopfschüttel*

  14. So einfach ist es mit den Bildern nicht! Bilder sagen eine Menge aus, natürlich auch über mich, den Betrachter. Ich glaube man kann Bilder nicht nicht zur Kenntnis nehmen.
    Bezüglich des Informationsgehaltes des ManagerMagazins: Let’s agree to differ. :-)
    Stephan

  15. @ Anton:
    Ich weiß nicht, ich hatte schon immer ein Problem mir anonymen Postern. Ich halte es da lieber mit den ungeschriebenen Gesetzen des Usenets.
    Stephan

  16. Hoeren Sie mal, Sie behaupten es gaebe in der Schweiz keine deutschfeindlichkeit, das ist doch laecherlich, das toent ja fast wie ein SVP-Zitat…Sie meinen also Sich hier nicht gewaltig vergriffen zu haben?

    Ausserdem, taeusche ich mich oder wird hier Kader-Kult betrieben? Wissen Sie, ich habe wie gesagt in vielen Laendern gelebt und gearbeitet, sogar in den USA, war sogar auf einer Uni und habe auch einen guten Job…und ich kann Ihnen daher aus meiner Erfahrung versichern dass die Dummheit relativ gleichmaessig in der Geselllschaft und auf der Welt verteilt ist…. da brauchen auch Sie wirklich nicht anfangen einen rechten Bock aus der HSG zu verteidigen.

    P.s. Apropos HSG kann man froh sein das die deutschen „Manager-Journalisten“ nicht ueber „Swiss Army Management, Princials and Rules“ berichtet haben….aber Journalisten wissen ja nicht viel…die werden ja aus Frust Journalist…

  17. So ganz unrecht hat das Magazin allerdings nicht.
    Jeder Deutsche, der in der Schweiz geboren und aufgewachsen ist (wie ich) kann darüber ein Lied singen..denn dies erfährt man schon bereits in der Schule..mindestens früher..heute hat es ja vielerorts mehr Ausländer als Schweizer ;-) ganz zu schweigen von Clubs oder Vereinen wo die Stammtisch-Mentaliät natürlich voll durchknallt. …interessant wirds immer dann, wenn man sich..da man perfekt schwyzerdütsch spricht… in einem derartigen Gespräch, wo mal wieder über die Deutschen hergezogen wird, pötzlich als Deutscher „outet“..erst Konsternierung..dann krampfhaftes Suchen nach Ausreden.. „du bist ja kein richtiger Deutscher“ etc…(gibt es richtige und falsche Deutsche?)…mit der Zeit steht man dann irgendann einfach darüber…was aber auch wiederum nicht toleriert wird..denn dann ist man plötzlich wieder der arrogante Deutsche…

  18. @ Anton
    Ich schlage vor, dass Sie sich nun wirklich einen anderen Platz suchen, um sich auszutoben und immer wieder Dinge in die Texte hinein zu interpretieren, die da gar nicht stehen! Es reicht!

  19. OK, ich verschwinde….habe ich Ihnen doch gesagt, es gibt Themen die man lieber vermeidet….doch noch ein Wort an Oliver: Oliver, warum faengst Du mit dem Unterschwelligen an? Du weisst Doch ganz genau dass diese Leidklagen der Idaele Ansatzpunkt ist um Dich verrueckt zu machen, und zum Reisspunkt zu mobben: Mit DIR stimmt was nicht, jawohl, Du bist naehmlich kein Eidgenosse, geh doch zu einem Psychiater, oder am besten Heim ins Reich.
    Naja, du bist in der Schweiz geboren…da hast Du ja noch Glueck gehabt…ehrlich.

  20. an Anton:
    vergiss es einfach, tu uns allen einen Gefallen und verabschiede dich endlich aus diesem Blog

  21. Mein Schwager arbeitet als Arzt am Spital in St. Gallen und ist jetzt schon einige Jahre da. Bisher wurde er noch nicht auf offener Straße verprügelt. Jetzt hat er mit seiner Frau ein Grundstück im Appenzeller Land gekauft und seitdem nehme ich ihn auf den Arm, weil er in einen Kanton baut, wo erst seit ein paar Jahren die Frauen wählen dürfen. Wobei – mein Freund Claudio aus Lenzburg sagt ja zur Ostschweiz immer nur „Swiss Primitiv“. Alles in allem glaube ich, werden die Deutschen in der Schweiz schon toleriert, denen gehts ähnlich wie den Franken und den Bayern ;-)
    Silvester bei Euch war übrigens super. Kaum Raketen und Böller. Da habt Ihr uns einiges voraus.

  22. Silvester bei Euch war übrigens super. Kaum Raketen und Böller. Da habt Ihr uns einiges voraus.

    Das holen wir jeweils am 1. August (Nationalfeiertag) vor ;-)

  23. Pingback: T e N o … discover your desire    » Schweiz - Flüsse - Meer

  24. Marcel, ich bewundere deinen Langmut. Diesen Troll hätte ich nach seinem ersten Posting schon gelöscht.

    Beste Grüße aus Deutschland! :-)

  25. Langmut? Das ist die Gelassenheit des Alters *bg*
    Ebensolche Grüsse aus der Schweiz (wo heute endlich, endlich doch noch der Schnee kommen soll)

  26. Ich bin seit 17 Jahren in der Schweiz. Die Firma suchte damals in Deutschland einen Techniker und ich bekam den Job! Meine Erfahrungen mit Schweizern sind durchweg positiv. Wie schon so oft erwähnt: es gibt Solche und Solche in jedem Land! Wenn man sich aber als Ausländer, wie es wir Deutschen in der Schweiz nun mal sind, bewusst ist, dass man hier Gast ist und sich dementsprechend verhält, hat man keine Probleme! Obwohl mittlerweile sehr viele Deutsche hier sind besteht mein Freundeskreis zum grössten Teil aus Schweizern!

  27. Als vor einigen Jahren in die Schweiz übergesiedelter Deutscher, der seine Matura hier abgelegt hat und jetzt an der Universität St. Gallen studiert, kann ich bestätigen, dass man bei entsprechender Persönlichkeit auch in der Ostschweiz (inklusive Appenzell) den direkten Kontakt zu Deutschen und Schweizern gleichermassen pflegen kann.

    Ich finde es zwar interessant, wie sich der Stereotyp des Understatement-Schweizers immer wieder zu bestätigen scheint, finde es aber ebenfalls schade, dass viele Menschen das Verhältnis zwischen der Schweiz und ihren grossen Nachbarn (auch Frankreich und Italien) immer wieder pauschalisiert beschreiben. Schon bei der Frage, ob sich ein Deutscher nach gewisser Zeit dem Schwiizerdütsch annehmen sollte oder nicht, herrscht Uneinigkeit. Es gibt so viele verschiedene Meinungen von Schweizern über Deutsche und umgekehrt, dass eine Pauschalisierung in diesem Fall völlig Fehl am Platz ist.

  28. @Andy schrieb in seinem Beitrag vor mir: „Ich finde es zwar interessant, wie sich der Stereotyp des Understatement-Schweizers immer wieder zu bestätigen scheint, finde es aber ebenfalls schade, dass viele Menschen das Verhältnis zwischen der Schweiz und ihren grossen Nachbarn (auch Frankreich und Italien) immer wieder pauschalisiert beschreiben“.

    Auf der suche nach Hintergründen der „BLICK Kampagne“ kam ich beim surfen
    auf eine interessante Spur, genauer als ich auf der Webseite http://www.micheline-calmy-rey.de , etwas von „Geistiger Landesverteidigung“ lass. Dieser Ausdruck lies mich aufhorchen, hört er sich doch wie Psychoterror oder besser ausgedrückt psychologische Kriegsführung an.

    Jedenfalls brachte mich der Begriff „Geistige Landesverteidigung“ ein ganzes Stück weiter und konnte mir letztendlich die „BLICK Kampagne“ erklären.
    Vornehmlich das rechts-bürgerliche Spektrum der Schweizer Parteien, bedienen sich bis zur heutigen Zeit der Ideen der Geistigen Landesverteidigung im Kampf gegen eine EU-Integration oder gegen die «Überfremdung» der Schweiz, ist an anderer stelle zu lesen.

  29. Pingback: Auswandern - der Gedanke nimmt Form an

  30. Ich komme aus Hannover und mache gerade mein Auslandssemester an der Uni Zürich. Somit ist auch mein Aufenthalt in der Schweiz bis zum Ende des Semesters beschränkt…und das ist auch gut so!
    Ich will nicht meckern oder jmd. beschuldigen, aber das was im manager-magazin und übrigens auch im focus, SPIEGEL, Stern usw. steht, stimmt mit wenigen Ausnahmen.
    Ich bin mit 9 Jahren nach Deutschland gekommen und habe seit meinem 15 Lebensjahr die deutsche Staatsbürgerschaft. Man könnte sagen, ich fühle mich als Deutscher. Ich habe dort Grundschule, Gymnasium und Universität besucht und habe mich noch NIE so isoliert und als Fremder oder „Ausländer“ gefühlt, wie in den letzten 2 Monaten in der Schweiz.
    Mal von der Presse und den Berichten über die angefeindete NRG- Zürich- Radiomoderatorin, die übrigens nach Drohungen, zerstörtem Auto und Nervenzusammenbruch in Deutschland lebt abgesehen, habe ich auch eigene Erfahrungen mit der Schweiz und den Schweizern gemacht.
    In Geschäften weigern sich die Bedienungen und Berater regelrecht Hochdeutsch zu sprecher. Auch wenn man garnicht bittet, dass sie Hochdeutsch sprechen, sondern nur etwas langsamer, wird im selben Tempo fortgesetzt.
    Mein Erlebnis mit einem Verkäufer: ich fragte ob man für das Gerät das ich kaufen wollte auch ein Adapter für Deutschland und EU vewenden kann. Der Verkäufer sagte, dass ich mir gefälligst das Gerät in Deutschland kaufen sollte, wenn es mir hier vor Ort nicht gefällt. Ich verließ den Laden (Fust) mit offenem Mund.
    Versucht man mit den Schweizern in Kontakt zu treten, bleibt das meistens erfolglos. Ich muss betonen, dass ich von keinem in irgendeiner Weise schlecht behandelt worden bin, aber ich bin nunmal isoliert.
    Der Sinn meines Komentars ist es nicht zu meckern oder zu kritisieren. Es ist so wie es ist.
    Wenn aber verschiedene deutsche Zeitungen über solche Vorfälle berichten, dann kann man das nicht als „unwahr“ bezeichnen. Für die Deutschen gehört ein gewisses Niveau an Ausgrenzung und manchmal auch Anfeindung in der Schweiz zum Alltag.

  31. Wahrlich keine positiven Erlebnise!
    Nur mit den Verallgemeinerungen ist’s so eine Sache. Beim Beispiel des Hochdeutsch-Sprechens: ich kenne auch Deutsch, die sich über das Folgende wundern … „Ich lebe schon einige Jahre in der Schweiz und verstehe Schweizerdeutsch problemlos. Obwohl ich darauf hinweise, sprechen ‚die Schweizer‘ weiter Hochdeutsch mit mir.“

  32. Das hat mit FUST überhaupt nichts zu tun, das passiert einem überall, besonders mit Schweizern. Das ist mir auch am Postschalter mit einer Schweizerin passiert. Als ich einen Brief nach Deutschland geschickt habe und über den Betrag von 12.50 Franken sehr erstaunt war, sagte sie zu mir, ich solle doch dort hingehen, wo es billiger ist, womit unmissverständlich Deutschland gemeint war.

    Dass die Schweizer sehr deutschfeindlich eingestellt sind, muss nicht endlos lange diskutiert werden, es ist eine Tatsache. Nach über zehn Jahren in der Schweiz erlaube ich mir diese Feststellung.

  33. In Leserbriefen steht von Deutsch: „ihr kleinen Schweizerlein, seid froh, dass wir Deutschen hier sind“, neulich im MediaMarkt liess mich eine deutsche Angestellte 10 Min. warten, als ich schüchtern nachfragte, riss sie mir den Zettel aus der Hand, eine deutsche Praktikantin mischte sich sofort in meine Arbeit ein und wollte alles besser wissen, unsere deutsche Nachbarin kommt in meine Küche, reisst den Deckel vom Topf und schreit: „Was schon wieder Nudeln“, ein deutsches Ferienkind, dessen Eltern in dieser Zeit selbst verreisten, haben wir 6 Wochen lang betreut – zum Dank kamen diese Leute zu uns, plünderten unseren Kühlschrank ohne zu fragen und waren auch sonst sehr frech, eine mir bekannte Deutsche verurteilt uns Schweizer wegen unserer Höflichkeit – wenn ein Stuhl frei sei, setze man sich einfach hin – wir aber fragten immer, ob er noch frei sei – meine Nichte verlor ihren Job an Deutsche, weil sie sich weigerte, Hochdeutsch zu sprechen – Meine Eltern nahmen nach dem Krieg ein deutsches Kind auf, als ich zu dieser Familie kam, begegnete man mir ohne Freundschaft, ich musste sogar für das Zimmer bezahlen. Für viele Schweizer ist sowas undenkbar. Ich habe deutsche Freunde seit Jahrzehnten (mit österreichischem Hintergrund!), aber diese ungehemmte Einwanderung mit soviel hochnäsigen arroganten Deutschen macht mir mehr und mehr Angst. Selbst letzte Woche meldete sich eine Deutsche für einen Job bei mir, sofort mischte sie sich ein, wusste alles besser – und hat mich nur genervt. In Cefalu waren wir eine Gruppe Deutscher und Schweizer. Ein Paar musste zu den Deutschen – es war das teurere Hotel – bei der Rückkehr klagten sie, die Deutschen seien wie die Aasgeier übers Buffet gefallen, während bei uns alles sehr ruhig und gesittet zu ging. Wir sind nicht wie die Deutschen – pauschal und einzeln – und wir wollen uns denen nicht noch mehr anpassen müssen. Sie sind einfach selbstbewusster, wie vieni vedi vinci – Bescheidenheit täte ihnen gut – nur befürchte ich, das wird`s nie. Den Personenkult den sie haben, kennen wir auch nicht – wie froh kann Roger Federer sein, diesseits der Grenze geboren worden zu sein – der Rummel um seine Person wäre furchtbar.
    Ich habe nichts gegen Italiener, Portugiesen oder Spanier – aber ein Volk, dass nach zwei verschuldeten Weltkriegen, am Boden zerstört, jetzt wieder voll die Herrenmenschen spielt – ist einfach nur schrecklich. Schaut Euch im TV die Kommentare zur EM an – immer sind die Deutschen schon Europameister, „wir sind Europameister“, „wir sind Papst“ etc. etc. Viele Schweizer die ich kenne, wünschen allen den Sieg – nur nicht den Deutschen.
    Die Deutschen, die sich hier beklagen, nicht willkommen zu sein – ich habe sie nicht gerufen – sie dürfen gerne kommen – für ein paar Monate – aber sie dürfen auch sehr gerne wieder zurückgehen. Ihr Land hat viel mehr Platz. Ich bin seit vielen Generationen Schweizer und bin sehr stolz auf mein Land – mein Land ist das demokratischste, das schönste und das bescheidenste in Europa – zusammen mit Italien.
    Spitäler sind bereits in deutscher Hand, jetzt erobern sie die pädagogischen Bereiche – Krankenkassen und Versicherungen melden sich mit reinstem Hochdeutsch – für mich ein Grund, diese nicht abzuschliessen.
    Wie kann ich mich sonst gegen diese Massen-Einwanderung zur Wehr setzen? Bereits jetzt sind über 20 % Ausländer hier – immer mehr Deutsche – und die haben Ellbogen – wir sind noch viel zu höflich. Eine Deutsche meinte mir gegenüber, sie habe nie etwas Nachteiliges gehört – die Gedanken sind frei – wir sind noch sehr zurückhaltend.

  34. So etwas zu lesen macht mich traurig. Ich komme aus einer touristischen Region in Deutschland und freue mich ehrlich über die vielen Schweizer, die mit Flußkreuzfahrtschiffen zu uns kommen. Genauso wie über die Niederländer, Franzosen und alle anderen Leute, die unsere schöne Region kennen lernen möchten. Und ich glaube kaum, dass hier jemand in einer Kneipe oder einem Restaurant gemein behandelt wird, nur weil er nicht aus D kommt. Werde ich angesprochen und um Rat gefragt (Weg,…), dann antworte ich selbstverständlich in Hochdeutsch. Ich kann ja nicht davon ausgehen, dass jeder Schweizer, Österreicher, Niederländer, Franzose oder Engländer meinen Dialekt versteht.

    Ich spreche zwar einen (deutschen) Dialekt, also nicht immer Hochdeutsch, aber was ist denn so schlimm am Hochdeutschen? Wenn man sich die vielen Dialekte in Deutschland anschaut (von Bayern bis an die Küste), dann muß man doch sehen, dass es eine Sprache geben muß, mit sich alle Leute verständigen können. Das „Hoch“ in Hochdeutsch kommt ja nicht von „hoch“mütig oder „oben“, sondern sagt nur etwas über die Herkunft der Sprache aus. Hochdeutsch im Gegensatz zu Mittel- und Niederdeutsch.

    Ich kenne viele Deutsche, die wirklich ganz nette und liebe Menschen sind und kein bißchen arrogant. Ich kenne natürlich auch arrogante Deutsche – keine Frage. Liebe(r) Berger, stellen Sie sich doch einfach mal die Frage, ob es nicht vielleicht neben den vielen netten Schweizern auch einige gibt, die Sie vielleicht nicht zum Freund haben möchten. Vielleicht sind diese ja auch arrogant und überheblich, so wie Sie es mir sagen (Sie sagen ja „die Deutschen“, da ich auch einer bin, muß ich davon ausgehen, dass Sie mich auch für arrogant und überheblich halten, für unfreundlich und gemein).

    Ich wurde als Tourist in der Schweiz bisher immer nett behandelt und habe keinen Grund zu meckern. Aber wenn ich das hier lese, hab ich irgendwie keine Lust mehr, in die Schweiz zu fahren. Naja – es gibt ja noch andere schöne Länder.

    In diesem Sinne!
    Viel Spaß weiterhin

    Der Chef unserer größten Bank (ist die Deutsche Bank überhaupt noch die größte in Deutschland) ist übrigends Schweizer…

  35. Hallo an alle – Ja, auch ich bin traurig. Als einfache Schweizerin spüre ich die tiefgreifende Erschütterung und Verunsicherung meiner Landsleute. Man versteht ja die eigene Politik nicht mehr. Solange eine Schweiz, wie wir sie kannten, möglich war, fühlten wir uns ge-borgen und irgendwie auch beschützt von den grossen Nachbarn. – War man vor dem letz-ten Krieg in die Kultur der umliegenden Völker eingebunden, so musste man danach eine eigene kreieren. Jetzt – so kurz danach – müssen wir unsere mühsam zusammengekratzte Identität schon wieder abgeben, um in einem grösseren, uns unheimlichen Verbund, aufzu-gehen (im wahrsten Sinne des Wortes). – Was immer wir tun oder nicht tun – unsere Schweiz, die ja unsere Nachbarvölker auch schätzten, wird es in Zukunft nicht mehr geben. Viele Schweizer befürchten, dass unser Land durch die übermässige Einwanderung nicht nur von Deutschen schlicht und einfach einer stillen feindlichen Übernahme anheim fällt, so unter dem Motto: Und kommt ihr nicht freiwillig in die EU … – Ich glaube nicht, dass die Schweizer die Deutschen hassen und umgekehrt auch nicht. Aber den gewohnten Beistand von den starken Nachbarn angesichts der auch für uns sichtbaren und spürbaren Umwäl-zungen in Europa vermissen wir (statt Anschuldigungen). Wir müssen unseren Weg in die Zukunft noch finden. Die mir unverständliche und unnötige Aggressivität gegenüber den Deutschen ist eigentlich ein (zugegeben ungeschickter) Hilfeschrei an die, von denen wir annehmen, dass sie uns verstehen. – Persönlich möchte ich die Schweiz bewahren, in der ich aufgewachsen bin. Doch ich bin nahe an der Einsicht, dass es vielleicht unsere Rettung ist, dass so viele Menschen aus den Nachbarländern zu uns kommen. – Schönen Tag wünscht: Ma

  36. Meine Überraschung ist, beim Lesen der hier stehenden verschiedene Meinungen , kaum zu beschreiben. Die deutschen fangen erst jetzt an als Auswanderer und Gastarbeiter Erfahrungen zu sammeln und als ganzes Volk hat es nie zu empfinden gelernt wie es sich fühlt in der Fremde leben zu müssen. Anderseits sollten sie sich mal bei den portugiesischen Gastarbeitern erkündigen wie es ist in der Schweiz als Ausländer sein Daseins zu fristen. Sie haben in den letzten 50 Jahren reichlich Erfahrung gesammelt.
    Nachdem ich in Deutschland 30 Jahre meines Lebens verbracht habe betrachte ich beide Länder aus der Grenzgängerhaltung. Was Ausländerfeindlichkeit tun sie sich beide nichts.
    Antonio

  37. Es gibt einen guten Kommentar zu unserem nördlichen Nachbar: Sie wissen, was gut ist, sie können es nur nicht kochen.

    So sehe ich auch das Verhältnis zwischen Deutschen und Schweizern. Erstens muss man unterscheiden, von wo den der Deutsche kommt: Ein Bayer oder ein Badener habe nicht solche Probleme, wie ein Sachse oder ein Hesse. Wir sind ein Alpenvolk, wie es auch solche in Frankreich und Italien (Südtirol) gibt. Wir haben eine andere Kultur als ein Hamburger oder ein Berliner, wir sind keine Nachfahren grosser Denker und Dichter, aber wir sind fleissig und bescheiden. Bescheidenheit ist eine Zierde, die den Deutschen völlig abhanden gekommen ist, darum stossen die Deutschen manchmal in der Schweiz, aber auch in Österreich auf Unverständnis. Wenn man Kommentare aus AT so liest, unterscheiden sich diese nicht so sehr von den Kommentaren aus der Schweiz. „Saupreusse“ ist kein Schweizer Idiom, dieses Wort stammt aus Bayern. Ich hoffe, unsere helvetische (keltische) Vergangenheit geht in diesem Germannen-Sturm nicht völlig unter.

  38. Seid alle herzlich gegrüsst … und beendet doch das „Gschtürm“!
    Es ist schon lange nicht mehr aktuell.

    In der Schweiz leben die Menschen viel zu eng aufeinander. Das erzeugt Ängste und Aggressionen. Es hat nichts mit den Deutschen zu tun. Ohnehin hat wohl fast jeder Verwandte in Deutschland.

    In diesem Land hat sich auch sonst viel verändert und ist noch im Wandel, wurde den Menschen hier in Anpassung an die EU aufgezwängt. Beim Wort EU kommt einem halt nicht in erster Linie Belgien in den Sinn, sondern Deutschland und Frankreich. Unsere Nachbarn können sich kaum vorstellen, wie sehr vor allem der älteren Generation der Boden unter den Füssen weggezogen wird.

    Auch wenn wir in der Schule „Vom Staatenbund zum Bundesstaat“ bla bla bla … lernen mussten, die Schweiz ist ein Staatenbund. Das Kleine und Überschaubare wird höher eingeschätzt als das Grosse. „Im Hause muss beginnen, was leuchten soll im Vaterland“, hiess es immer. Zuerst kommt also der Einzelmensch bzw. die Familie / Sippe. Diese hat eine Stammgemeinde, die sogenannte Heimatgemeinde. Je nach dem, in welchem Staat (Kanton) sich diese befindet, ergibt sich das Bürgerrecht, auch wenn man andernorts geboren ist und noch nie dort war. Wir haben ja samt und sonders das Kantonsbürgerrecht. Deshalb kann man aufgrund des Namens auch heute noch sagen, wo einer beheimatet ist. Der Kanton ist Teil der Eidgenossenschaft. Es gibt jedoch auf der ganzen Welt keinen einzigen Schweizer Bürger! Das wissen viele Ausländer nicht. Jede Schweizer Gemeinde ist sozusagen doppelt geführt: 1. die meist wohlhabende Bürgergemeinde, der Boden und Wald gehört – mit Bürgerpflicht und Bürgernutzen – ; 2. die Einwohnergemeinde, in die auch Zugezogene eingeschlossen sind (früher auch für Schweizer Bürger anderer Kantone nicht einfach, aufgenommen zu werden. Bestenfalls mussten sie sich am Ortsrand niederlassen, wuden richtiggehend ausgegrenzt.)

    Warum nicht Europa nach dem Muster kreieren: Viele kleine, gesunde, eigenständige Zellen ergeben einen gesunden Gesamtkörper. Wo immer sich die Zellen in Europa befänden, es wären Schwesterzellen. Hilfe für schwache Kleinst-Gemeinwesen wäre einfacher erhältlich und würde nicht den Finanzaushalt des Ganzen belasten. Sie wäre eine Art Nachbarschaftshilfe. Wäre Europa so organisiert, würden wir wohl auch dazu gehören. Angst vor Fremden wäre kein Thema. Übermächtige Völker und grosse politische Blöcke würden kein Entsetzen mehr auslösen.

    Dies meint: Ma

  39. Hallo Oliver!
    Du hast mit jedem einzelnen Satz recht. Ich lebe schon 20 Jahre hier und kann ein Lied davon singen wie man hier behandelt wird. Ich lebe in Schaffhausen und da hat man schon die Sitzbank auf den Spielplatz gewechselt, als ich mich mit meinem Kind dazu kam. Geht man in einer Runde mit Schweizern aus, lassen sie sich niemals nehmen über die D-zu hetzten obwohl sie wissen, das ich eine bin. Nun sollte man nicht so empfindlich sein hört man dann immer wieder aber lest doch selber wie empfindlich sie sind, man kann es doch überall lesen. Die letzte Nummer war die es wurde wieder über D-gelästert und ich meinte was für eine Angst habt ihr, das ist doch nur Medienhetzte, da stand eine der Gäste auf, zitterte am ganzen Leib und verwies mich der lieben Schweiz! Also wie empfindlich sind sie selber! Kritik können sie nicht ertragen aber anständig Schimpfen über andere, das können sie. Ich habe noch nie eine andere Nation so oft das Wort D-Arrogant gehört wie in der Schweiz von Schweizern. DAS SAGT DOCH WOHL ALLES

  40. Hallo Silvia

    In was für Kreisen verkehrst Du, um Himmels Willen? So etwas kenne ich überhaupt nicht. Vielleicht erwarten die Leute ja von Dir eine Erklärung für das, was ihnen an den Deutschen missfällt. Das Geschimpfe mag eine versteckte Frage sein.

    Dass aber gerne über das mächtige Deutschland hergezogen wird, stimmt wohl. Es liegt tatsächlich in der Mentalität der Schweizer, alles Starke, Grosse auf ein Normalmass herunterzuziehen und allem Schwachen, Kleinen etwas aufzuhelfen – nicht zu viel, bloss etwa bis in die Mitte. ;-)

    Was ist aber der Grund, warum sich doch einige Menschen aus anderen Ländern in der Schweiz wohlfühlen?

    Ein italienischer Nachbar, der 26 Jahre hier gearbeitet und jetzt seine Stelle verloren hat, erklärte mir, er denke gar nicht daran, nach Italien zurückzukehren. Hier habe er Freunde und Bekannte und von den Behörden werde ihm geholfen.

    Ein ausgezeichneter Fussballspieler – italienischer Einwanderer in der 2. Generation – antwortete empört auf die (meiner Meinung nach dumme) Frage eines Reporters, ob er sich mehr als Schweizer oder als Italiener fühle: „Hier bin ich aufgewachsen. Hierher gehöre ich!“

    In verschiedenen Foren ist mir aufgefallen, dass Deutsche andere Völker gerne mit sich vergleichen. Sie scheinen nicht zu begreifen, dass sie (die Deutschen) eine Variante unter vielen sind.

    Je nach Laune milde lächelnd oder gereizt, staunen sie über die Eigenheiten von z.B. Franzosen, Holländern, Schweizern, usw., als wären jene erst vorgestern vom Himmel gefallen und nicht schon sehr lange ihre Nachbarn. Wenn sie Unterschiede in der Sprechweise feststellen, finden sie dies seltsam – sie messen alles an ihren eigenen Bräuchen, als wären diese für alle massgeblich und man müsste die Abweichungen deutlich machen, und – leider auch – tolerieren.

    Für dieses Verhalten der Deutschen muss ich persönlich auch stets viel Geduld aufbringen und auf die Zähne beissen.

    Deine Antwort, Silvia, interessiert mich sehr.

    Gruss: Ma

  41. Hallo Margrit

    ja mag sein, das D-vergleichen und nun ist das so schlimm, ich finde das normal! Das machen die CH-im Ausland auch(eigene Erfahrungen), das rechtfertigt nichts. Ich bin der Liebe wegen hierher gekommen und war ganz neugierig auf das neue Land, welches für mich keinen grossen oder gar keinen Unterschied machte, da ich vom Grenzgebiet komme. Sehr schnell habe ich begriffen wie sehr sie uns nicht mögen und man kann sich noch so anpassen, es nutzt nichts. Man braucht auch nirgens zu suchen, was wohl die Gründe hierfür sind, denn sie haben gar keine. Dieser Hass wird einfach von Generation zu Generation weitergegeben und da nutzt auch die ganze Arbeit, die in der Schule nichts, zuhause wird alles von den Eltern verdorben. Ich persönlich kenne CH-Auswanderer die in Thailand leben, was denken Sie, passen die sich an? Da könnte ich ihnen ein Liedchen von singen. Sie fordern das schon, nur auf sie selber trifft es dann nicht zu, sie selber möchten genauso weiterleben wie in der CH, nichts mit Sprache lernen. D-bemühen sich schon anzupassen aber sie werden hier immer die Ausländer bleiben, egal wie sehr sich sich anstrengen!
    Da nützt auch die Info in den Schulen nichts, denn zuhause wird es von den Eltern wieder zerstört!

    Liebe Grüsse
    Silvia

  42. An Ma

    ihr Bericht vom 21.08.2009! Denken Sie wirklich, das erst jetzt und wegen EU der ganze Hass gegen D-ist? Vor 20 Jahren gab es dieses Thema noch nicht!
    Ich kenne Türken, Portugiesen, Croaten, Serben, Italiener, die alle das gleiche zu berichten haben wie auch die Deutschen! Deshalb bleiben sie auch alle unter sich.

  43. An Oliver

    Super und so ist es, genau so feige! Zu mir hat man schon 100 mal gesagt, ja du bist ja nicht gemeint! Oh Gott!
    Es tut mir gut sowas zu lesen und festzustellen wie viele parallele es zu meinen Erfahrungen gibt.
    Ich bin deswegeb in den Blog, weil ich langsam wissen wollte, bin ich es oder geht es auch anderen so! Und jetzt ist es mir wohler!
    Liebe Grüsse

  44. @Silvia, @Ma, @Oliver und alle hier:
    Schön, wenn sich die Gemüter jetzt wieder etwas beruhigen. Pauschalisierung (egal, in welche „Richtung“) bringen hier wirklich nichts. „Die Deutschen“ gibt’s genauso wenig wie „Die Schweizer“, „Die Opel-Fahrer“, „Die Kinderlosen“ …

  45. Guten Tag Silvia
    Guten Tag auch allen übrigen

    Bisher habe ich dieses Hin- und Hergemecker nie besonders ernst genommen. Aber jetzt bin ich doch betroffen: Was macht uns denn so aneinander leiden? Ich habe oft mit Deutschen (Männern und Frauen) zusammengearbeitet, es gab nie Spannungen! Wir sind doch dauernd auf Deutschland ausgerichtet: Was geht dort vor, was treiben sie in der Politik, usw.?

    Ich bin in einem Industriedorf aufgewachsen. Die meisten Schulkameraden hatten mindestens einen ausländischen Elternteil – ich übrigens auch: meine Mutter war Deutsche. Daneben haben wir noch Französischsprachige und Spanier in der Familie. Die Mutter meiner besten Freundin war Österreicherin, die Mutter einer anderen Freundin Italienerin; deren italienische Grosseltern wohnten bei uns im Strässchen. Nachbarn waren damals ausser Schweizern zahlreiche Italiener.

    Heute wohne ich in einem Quartier mit einer Mischung aus Albanern, Franzosen, Deutschen, Italienern und natürlich Schweizern. Beim Spazieren treffe ich Ali mit seinem Hund und oft eine Thailänderin mit ihrem kleinen Jungen, um den sie des Klimas wegen stets besorgt ist. Das ergibt auch ab und zu Gespräche.

    Bei der Arbeit (Kleinbetrieb) ist die Equipe ohnehin gemischt: ein Albaner, ein Ungare, ein Spanier, ein Franzose, ein Deutscher und eine Handvoll Schweizer.

    Der Besitzer des Brillengeschäfts ist Deutscher, der reformierte Pastor auch. Eine frühere Arbeitskollegin, eine Deutsche, war eine leidenschaftliche Fasnächtlerin im benachbarten Städtchen; wir trafen uns mit den damals noch kleinen Söhnen oft privat und verstanden uns prima. Ich hatte schon deutsche Chefs und Kollegen, aber vor allem viele „amici del sud“, klar. Niemand machte sich Gedanken, woher denn das Gegenüber stammte.

    Darum hielt ich solche Redeschlachten wie hier üblich bisher bloss für einen derben Spass. Und was machen wir dagegen, dass es nicht ausufert? So kann es ja nicht weitergehen! Hat jemand einen konkreten Vorschlag?

    Es grüsst Euch
    Ma (NICHT Dalton) ;-)

  46. Hallo Ma
    ich finde es sehr schön was Sie schreiben und es tut mir gut, das doch einige Normaldenker sind! Ich finde Multikulti auch schön! Sie haben nun auch die Albaner erwähnt, da gibt es auch sehr vieles zu schreiben, da war mal mein Sohn am Schlittenplatz und wurde von anderen Jungs vertrieben und gehauen. Später dann bekam ich ein Telefon von dessen Mutter, die mir berichtete, das Albaner Kinder mein Kind und seinen Freund geschlagen hätten und sie bei der Albaner Mutter angerufen habe und sie zur Minna gemacht hätte. Details lasse ich jetzt lieber aus. Als ich meinem Sohn davon erzählte, sagte mein Sohn, das es ihre Söhne waren und auch die Albaner Kinder wurden geschlagen und vertrieben. Lieber Herr Ma, was meinen Sie, wieso haben die Albaner Kinder später solche Agressionen? Mir hat mal ein Albanisches Mädchen erzählt die in einem Friseur Laden gearbeitet hat, das sie als Kind lieber nicht gesagt hätte, wie sie mit Nachnamen heisst. Muss man sich wirklich für seine Herkunft schämen? Zum Beispiel sagen CH-Frauen auch gerne, das sie nicht möchten, das ihre Kinder mit Jugos in die gleiche Klasse gehen oder alle Albaner sind so oder so, fragt man sie ob sie persönlich schon mit Albanern Erfahrungen gemacht hätten, schauen sie einem mit grossen Augen an und verneinen es und fragen mich dann, ja wieso reden denn alle so! Das ist doch der Wahnsinn, meinen Sie nicht auch. Sie plappern einfach nach, ohne jemals selber Erfahrungen gemacht zu haben. Sie sind voll mit Vorurteilen. Das ist sehr kränkend. Wir waren mit einer Familie befreundet, dachten wir zumindest, da wurde hinterm Rücken zu mir Jugofutz, Jugoschlampe gesagt. Als mein Mann das erfuhr, startete der eine Anzeige! So ist das hier! Was tun, weiss ich auch nicht. Um Sie hier jetzt aufzuklären, meine Mutter ist Croatin, mein Vater Deutscher, also Sie sehen, bei mir können die Leute sich sogar aussuchen, wie sie mich betiteln wollen. Beide oder alle Nationen verteufeln sie. Man hat keine Chance! Mein Mann ist Selbstständig, ich arbeite auch mit, mein Sohn studiert Jura und der kleiner ist auf der HMS! Also wir sind keine Assifamilie! Ich gebe die Hoffnung nicht auf, das es einmal anderst wird. Es tut einfach gut hier schreiben zu dürfen! Ich mag alle Menschen! Und der beste Freund von meinem Sohn ist ein Kurde!

    Liebe und Frieden
    Silvia

  47. Und lieber Herr Widmer, das wäre so schön, wenn es so wäre, ich warte!
    Auch Ihnen alles Liebe
    Silvia

  48. Gruppendenken und das Kategorisieren von Menschen in „meine Gruppe“ und „die Anderen“ gehört zum Menschen, gehört in alle sozialen Gebiete (angefangen bei Fussball über Musikstil bis zur Nationalität). Das Problem ist, dass man sich in der Unterzahl teilweise noch viel stärker mit der eigenen Gruppe identifiziert.

    Man zeigt seine Gruppenidentifikationen auf allen möglichen Ebenen, nicht nur bezogen auf Nationalität. Ich selbst mache Witze über Basler, Aargauer, SVP-Wähler, GC-Fans und manchmal auch über Deutsche. Nicht weil ich Deutsche nicht mag, ich arbeite in einer Firma, bei der hauptsächlich Deutsche angestellt sind und fühle mich pudelwohl hier. Es ist einfach eine „andere“ Gruppe, und über die gibt es manchmal einen Witz, genau so wie die Deutschen mich als langsame Schweizerin necken, Brünette mich als Blondine aufziehen oder Vollzeitarbeitende über meinen Studentenstatus lachen. Dennoch habe ich Freunde in Basel, im Aargau, bei der SVP etc – da kann ich differenzieren, obwohl sie gerngesehene „Opfer“ meiner Witze sind.

    Es wird immer Idioten geben, die das Ganze ernst meinen, die „Andere“ (egal welcher Art) wirklich hassen, die Hetze betreiben. Aber das ist (und das weiss ich als Schweizerin mit einem extrem grossen sozialen Umfeld) die MINDERHEIT. Auch wenn alle mal einen Witz machen – seid doch selbstbewusst, macht einen Ricola-Langsamkeit-ihr-esst-eh-nur-Schokolade-und-Käse-Witz zurück, lacht dabei, stosst mit dem Bier an und wechselt das Thema. Basta. Und wenn ihr echtem Hass begegnet, müsst ihr so reagieren wie ihr sicher auch in Deutschland einem nationalistischen Extremisten begegnen würded: kopschüttelnd und lachend weitergehen.

    Die Schweiz ist ein multikulturelles Land mit sehr sehr wenig Spannungen, verglichen mit anderen Ländern. Freuen wir uns darüber, und lassen wir uns von „Qualitätszeitungen“ wie dem Blick und der Weltwoche (Intellektualität vermeidet noch keine Hetze) nicht einreden wie wir sind, was wir mögen und wen wir hassen.

  49. Silvia, Ma und Pamela:
    Wow! Vielen Dank für den interessanten und niveauvollen Austausch von Argumenten! Genauso habe ich mir das erhofft, als ich vor bald 6 Jahren diesen Blog gestartet habe.

  50. Liebe Pamela
    Ja, da gibt es nichts entgegenzusetzten. Ich lerne!
    Liebe Grüsse
    Silvia

  51. Liebe Mitgestalter dieses Blogs, Eid- und andere Genossen

    In meinem letzten Beitrag habe ich erzählt, wie multikulturell es in meiner Jugend in einem Schweizer Industriedorf zuging. Es gäbe noch viel zu berichten, zum Beispiel von den Boggia-Turnieren, die mein Vater veranstaltete und von den Spaghetti-Essen bei uns zuhause, an denen unsere italienischen Untermieterinnen und ihre Freunde teilnahmen.

    Lange habe ich überlegt, worauf damals die Freundschaft zwischen Deutschen und Schweizern gründete. Die zwei Völker haben sich entfremdet, das ist sicher. Ob der 2. Weltkrieg etwas dazu beigetragen hat, kann ich nicht beurteilen. Sicher ist, dass die damals sehr nach Deutschland ausgerichteten Schweizer furchtbar Mühe hatten, an die Greueltaten der Deutschen zu glauben. Unvergesslich bleibt mir das Bild der Eltern und Nachbarn, die zusammenstanden und tuschelten. Wir Kinder im Vorschulalter und als Primarschüler umgaben sie. Wir hätten nichts mitbekommen sollten, als sie einander erzählten, was an Schrecklichem von Deutschland wieder zum Vorschein gekommen war. Mit der Zeit ereiferten sie sich derart, dass sie zu flüstern vergassen und wir zuhören konnten. Sie schienen mit der Tatsache nicht umgehen zu können, dass ein Volk, zu dem sie etwas neidisch aber bewundernd hinübergeschaut hatten, nun nicht mehr als Vorbild dienen durfte. Die Schweiz musste sich eine eigene Identität suchen. Auf jede negative Aussage folgte ein ABER. Dann wurde etwas Nettes über die Deutschen angefügt, und wäre es bloss die Bemerkung gewesen, internierte Deutsche hätten soooo schön gesungen. Die bei jeder Gelegenheit angebrachte geschmacklose Aussage „Das wäre bei den Deutschen nie vorgekommen; die hielten noch Ordnung!“ ging uns Schweizer Kindern und Jugendlichen gewaltig gegen den Strich; aber sonst verbanden wir nichts vom Gehörten mit der Wirklichkeit, auch nicht, wenn wir in der Schule auf Wunsch des Erziehungsdepartementes Filme über die Hitlerzeit anschauen mussten. Hauptsache kein Unterricht. Die Lehrer gaben nie den geringsten Kommentar dazu ab.

    Die schweizerische Industrie hatte schon immer mit der deutschen zusammengearbeitet. Das Sagen hatten meist die Deutschen. Ich erinnere mich, dass in meiner Lehrfirma etliche Führungsleute Deutsche waren. Sie benahmen sich uns gegenüber zurückhaltend freundlich. Wir Schweizer aber fürchteten sie – ich weiss gar nicht warum; vielleicht war’s ihre grässliche Sprache. Unsere Angst suchten wir zu verbergen, indem wir ihnen bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit „Mahlzeit“ wünschten. Sie wussten nie so recht, sollten sie darüber lachen oder sich ärgern. Die Furcht war aber – ohne einen negativen Vorfall – so gross, dass einmal ein Bürokaufmann sich weigerte, die Gratifikation bei einem jener Herren abzuholen.

    Mit Arbeitskollegen aus demselben Land verstanden wir uns aber immer sehr gut. Auch weiss man doch in jedem Schweizer Verein, dass man mit deutschen Kollegen am schönsten feiern kann …

    … Geschichten von damals. Aber heute, was könnte uns wieder zu Freunden machen? Das herauszufinden wäre löblich. Ich freue mich schon auf Eure Vorschläge. Getobt wurde genug.

    Es grüsst: Eure Ma

  52. @Ma: Vielen Dank für Ihren „Aufruf“. Warten wir mal ab …

    Sie pflegen einen beeindruckenden Schreibstil, Ihre Zielen sind immer wieder in Genuss. Haben Sie eigentlich einen eigenen Blog, in dem man mehr von Ihnen lesen kann?

  53. Vielen Dank für die „Blumen“!
    Nenei, Herr Widmer. Ich bin einfach eine Plaudertasche im Grosi-Alter. ;-)

    Es grüsst: Ma

  54. Lieber Herr Ma ich lese aus ihren Zeilen heraus, das sie im Rentenalter sind und den Krieg noch mitberkommen haben. Ich habe Deutschland als ein Friedvolles und liebes Land kennen gelernt, da ich im Jahre 1963 geboren bin. Es ist befremdlich für mich was sie schreiben aber vielleicht sind es genau solche Errinnerungen wie die von ihnen, die dann dazu führen, das negativ gedacht wird. Ich bin 37 Jahre alt und wir hatten dieses Thema Krieg in der Schule (D) damit es niemals vergessen wird und auch heute wird es durchgenommen und wir Deutschen sind auch betroffen. Dann vergessen sie bitte nicht, das viele Deutsche Juden und anderen auch geholfen haben und selbst umgekommen sind. Deutsche haben den Krieg live erlebt, ihr doch nur von weitem, seid froh darüber! Meine beiden Grossväter sind in diesem Krieg gefallen! Ich hätte immer gerne einen Grossvater gehabt und die Schwester von meiner Oma wurde eingemauert! Hatten sie solche Verluste? Es ist traurig genug, wenn dann ein Volk diese Geschichte immer noch aufbauschen muss im Jahre 2010! Was kann ich dafür, ich war nicht auf der Welt zu dieser schrecklichen Zeit, so wie viele andere auch. Dieses Thema hört man auch immer wieder in der Schweiz aber in keinem anderen Land. Vielleicht solltet ihr mal umdenken oder hört ihr gerne was man bei euch mit den Fahrenden gemacht habt (Kinder der Landstrasse), die heute noch darunter leiden, weil man sie entwurzelt hat, soll man euch das jetzt noch 100 Jahre lang vor die Nase knallen und sagen, oh ich habe Angst vor den Schweizer Behörden, weil die damals alles kastriert haben was nicht nach ihrer Norm gelebt hat? Was kann den die heutige Jugend für das Verbrechen von damals frage ich sie? Man muss eben auch mal aufhören können mit alten Geschichten. Wir leben doch heute und wir wollen miteinander und nicht gegeneinander leben. Ich mag den Menschen, ob er nun von da oder dort ist, es ist egal. Soll ich mit Franzosen nicht reden wegen Napoleon? Was soll das! Oder soll ich jeden Amerikaner verachten, weil sie alle Indianer umgebracht haben? Muss ich jetzt jeden Türken hassen, weil die Türken das gleiche wie Hitler mit Armeniern gemacht haben? Ich höre in der Schweiz aber niemals dieses Türken Armenier Krieg und Türken habt ihr doch auch hier. Wieso lasst ihr die in Ruhe und die Deutschen nicht. Hitler hat sich dort alles abgeschaut, waren sie schon mal in Armenien? Ich schon! Und trotzdem, es ist ihre traurige Geschichte und ich lasse die Türken in Ruhe. Liebt euern nächsten und ihr liebt euch selber! Denkt nur an Ghandi und euch geht es gut und allen anderen auch! Und seid doch glücklich hattet ihr nie Krieg, das Glück stand auf eurer Seite und warum, das wisst ihr wohl auch!

    Liebe Grüsse
    Silvia

  55. Liebe Silvia
    Ja, ich bin kurz nach Kriegsende geboren. Übrigens bin ich eine SIE. – Und in Armenien war ich auch schon. Die Armenier sollten mit den Türken endlich Frieden schliessen, finde ich.

    Ich stelle mit Verblüffung fest, dass Du aus meinen Zeilen etwas ganz anderes herausgelesen hast, als gemeint war. Die Schweiz war vor dem Krieg viel stärker mit dem deutschen Kulturraum verbunden. Wir haben uns dann etwas davon gelöst und eine eigene Identität geschaffen. C’est tout!

    Wenn wir so wären, wie Du uns beschreibst, müssten wir doch vor allem die Österreicher und die Franzosen hassen. Die mögen wir aber!

    Ich kann mir nicht erklären, wieso sich die Deutschen stets angegriffen fühlen. Sie werden doch – als unsere germanischen Brüder und Schwestern ;-) – eigentlich am meisten verhätschelt.

    Vielleicht wohnst Du in der falschen Gegend. Bei uns gibt es kaum Probleme. Klar, reden alle Kenianer, Sizilianer, Franzosen, Italiener, Spanier, Türken, Albaner, Mexikaner usw., usw. eher akzentfrei Schweizerdeutsch als irgend ein Deutscher nach 40 Jahren Schweiz; aber das ist verzeihlich.

    Ich empfinde eher die Schweizer unter sich extrem streitsüchtig. Aber das bin ich ja von klein auf gewohnt – und es scheint auch eine Eigenschaft der Deutschen zu sein, wenn man glauben darf, was man in deren Zeitschriften so liest. Vielleicht geht’s uns beiderseits nur so richtig gut, wenn wir etwas zum Streiten haben?

    Übrigens warte ich immer noch auf praktische Vorschläge zur Verbesserung des Zusammenlebens von Vertretern unterschiedlicher Völker in der Schweiz. Und, liebe Silvia: Was zum Kuckuck werft Ihr uns eigentlich genau vor?

    Es grüsst: eine ratlose Ma

  56. Liebe Ma gib doch einfach mal Deutsche in der Schweiz ein und lies dann die Kommunikation zwischen Deutschen und Schweizern, wieso Schweizer Deutsche hassen. Es gibt auch Schweizer die schreiben, dass sie sich für ihre Schweizer schämen! Zum Teill schreiben die so primitive Sachen, das man sich wirklich fragen muss. Und es nützt auch nichts, wenn ich irgendwann höre oder lese, das es die Dummen sind oder was weiss ich, es sind Schweizer die unter uns leben! Vorwürfe sind zu hören, das Schwoben die Uni belegen mit samt Professoren und Ärtzten. Es gab einen Fall, da hat ein Schweizer sich geweigert ins Spital zu gehen, da dies verdeutscht ist. Was soll man dazu noch sagen! Ich frage dich, wie kann man sie überzeugen, dass wir nicht sind was ihr aus uns macht?
    Ich weiss nur, das wir offen sind auch für neues. Ich möchte die Deutschen natürlich nicht verherrlichen, es gibt auch dort solche und solche. Was ich aber selber feststelle ist, das die Schweizer die Deutschen in eine Ecke schieben, wo sie eigentlich nicht hingehören. Sie sollen arrogant sein, dieses habe ich auch über mich gehört, als ich vor 20 Jahren in die Schweiz kam. Ich sage ihnen, ich habe mich sehr gewundert darüber, da ich von mir behaupte, nicht arrogant zu sein, sondern Gastfreundlich und offen. Und noch was, ich spreche Akzentfrei Mundart und kann es sogar schreiben. Da kenne ich aber Schweizer, die in Thailand leben aber sich nicht anpassen und schon gar nicht die Sprache lernen wollen, ihre Aussage, da die Sprache dumm ist. Sie sehen also überall gibt es solche und solche!
    Und nun zu den Österreichern, auch die mag man nicht, lesen sie nur warum! Franzosen sind auch nicht besonderst beliebt bei euch, da habe ich gehört, weil sie nicht Deutsch lernen wollen aber ihr ihre Sprache schon!
    Streit gehört zum Leben dazu und kommt überall vor. Das was hier passiert, finde ich bösartig und Menschenfeindlich! Es gibt ja auch Deutsche die wieder gegangen sind, weil sie ihren Kindern eine schöne Kindheit wünschten, da diese gemobbt wurden. Lies doch nur, was mit der Deutschen Moderatorin gemacht wurde, die bei Radio Energie gearbeitet hat, bis sie selber wieder ging. Sie erhielt Mordbriefe! Wieso muss das sein!
    Was wir euch vorwerfen? Eigentlich gar nichts. Wir sind einfach erschüttert, was uns alles angehängt wird und die Frage liebe Ma müssten wir euch stellen warum dies so ist. Ich sage dir, die Deutschen kommen in die Schweiz, weil sie ein neues Leben anfangen wollen und ich kann das verstehen, du doch sicher auch und sind wir mal ehrlich auch Schweizer wandern aus, zum Beispiel meine Nichte nach Australien! Von ihr habe ich nie so schlimmes gehört und das liegt nicht daran, dass ihr euch besser anpasst, sondern an den Australiern, die vielleicht Gastfreundlicher sind und Vorwürfe vielleicht ein Fremdwort!?
    Mein Mann der viele Deutsche und andere Ausländische Kunden hat, wird immer herzlichst behandelt. Warum kann man das von euch nicht erwarten. Weisst du Ma, ich habe schon oft erlebt, wenn ich am Tisch sitzte, wie extra über Deutsche geredet, geschumpfen wird, das finde ich zum Beispiel sehr kränkend. Wieso ist euch das so wichtig! Mal sowas hören okay aber ständig. Übrigens bin ich nicht die einzige, es gibt auch andere Ausländer die nur kuschen um nicht aufzufallen, damit sie nicht verrissen werden. Was können wir also tun, damit man uns akzeptiert? Vielleicht liegt es aber auch an unserer Offenheit, direkt zu sprechen und nicht hinter vorgehaltener Hand!
    Und nun zu der letzten Frage, nicht wir werfen euch etwas vor, sondern ihr uns! Ihr habt ein Problem!Wir könnten ganz gut und schön hier leben, wenn eure Vorwürfe und Klischees nicht wären. Ich müsste hier gar nicht schreiben, wenn diese Angriffe und damit meine ich jetzt nicht dich, wären. Das liebe Ma macht mich schon unglücklich hier! Und das allerschlimmste, was ich schon gehört und gelesen habe ist: geht doch heim ins Reich! Wo soll man jetzt das übel packen? Ich möchte nicht über die Schweiz schimpfen, ich lebe hier und die Schweiz ist schon lange meine Heimat, meine Kinder sind hier geboren und aufgewachsen. Ich finde eure Politik super und andere Länder könnten sich so einiges abschauen aber der einzelne Mensch ist schwierig.
    Leben und leben lassen, das wäre doch ein guter Anfang!

    Liebe Grüsse
    Silvia

  57. Liebe Ma
    ach ja, ich habe noch etwas vergessen, das ich gerade jetzt wieder lese. Du hast im letzten Schreiben geschrieben, das ihr die Deutsche Sprache grässlich fandet. Wir finden eure Sprache nicht grässlich, obwohl ihr das denkt, wie man auch überall lesen kann. Und da fängt der Wurm schon an, vielleicht geht ihr immer von eurem schlechten Denken aus und projeziert es dann in andere? Ist jetzt nicht böse gemeint aber eben ehrlich. Was frage ich dich, ist denn an unserer Sprache so grässlich? Vor kurzem habe ich gelesen, das der Schweizer findet, wir würden ihn seiner Sprache wegen auslachen aber das habe ich noch nie gehört und ich selber habe das auch noch nie getan. Also auch hier habt ihr doch ein Problem, was können wir machen und wie ändern? Ich wäre über Antworten auch froh! Einen Tipp hätte ich jetzt schon. Liebe deinen Nächsten und du wirst Liebe ernten!

    Liebe Grüsse
    Silvia

  58. Liebe Silvia

    Auch ich bin erschüttert über das, was ich hier und in anderen Foren zu lesen bekomme. Es geht mir nicht anders als Dir – ich bin entsetzt! Dass sich Leute im Internet tummeln, die ihre Lebensangst auf primitive Weise abreagieren, war mir schon klar. Im wirklichen Leben ist mir dies unbekannt, obwohl ich nicht unter „Engeln“ lebe. Ich glaube Dir aber jedes Wort.

    In einem Forum mit allgemeinen Themen, das ich oft besuche, und das eigentlich für den gesamten deutschsprachigen Raum gedacht wäre, herrscht ein ebenso rauher bis primitiver Ton – unter Deutschen. Deshalb nahm ich einfach an, man müsse einen gewissen Prozentsatz solcher Zeitgenossen in Kauf nehmen.

    Ist es wohl in stark industrialisierten Gegenden besser? Am Arbeitsplatz MUSS man einfach miteinander kutschieren. Das wäre eine Erklärung. Ich erinnere mich, dass der Lehrbetrieb meiner Freundin (Druckerei und Verlag) ein Büchlein herausgab, in welchem Sätze in mehreren Sprachen zum besseren gegenseitigen Verstehen in der Arbeitswelt standen, inkl. Aussprache-anweisung, etwa in der Art, wie „Spanisch für Touristen“. Sie hatten Taschenkalender-Format und wurden nicht etwa an die Ausländer abgegeben, sondern an die Schweizer. Wir fanden das richtig. Man hatte die Leute ins Land geholt, also musste man für Verständigung sorgen.

    Es gab aber in der Folge auch z.B. die Schwarzenbach-Initiative zur Bekämpfung der Überfremdung. Mir war dabei nie wohl, da ich Menschen aus anderen Ländern zu meinen Freunden und Kollegen zählte. Die damalige Aktion war aber auch eher gegen unsere Behörden gerichtet und nicht gegen die Fremden, die ja bald keine mehr waren. Immerhin, wenn Du am Bahnhof unseres kleinen Städtchens Passanten eine Frage stelltest, so konnte nur etwa jeder Zehnte überhaupt Deutsch. Wir Einheimischen fühlten uns in die Ecke gedrängt. Türken und Spanier hatten übrigens damals ein höheres Ansehen als Italiener, weil sie sehr gut ausgebildet zu uns kamen. Dass fremdsprachigen Kindern zusätzlicher Unterricht in ihrer Muttersprache angeboten wurde (gratis), ist auch nicht selbstverständlich.

    Mit meinen Erzählungen von früher möchte ich einfach aufzeigen, dass das Problem von „sich nicht mehr zuhause fühlen“ schon lange besteht. Ich möchte Einwohner irgend eines Landes erleben, die sich in ihren Dörfern plötzlich in der Minderzahl sehen. Da hilft es wenig, wenn die Eingewanderten alles nette Menschen sind; es löst Ängste aus.

    Zudem ist es nicht einfach, sich als kleines Land zwischen Riesen zu behaupten. Die Furcht, still und heimlich (ohne Kriegshandlung) übernommen zu werden, ist natürlich um so grösser, wie ähnlicher und verwandter uns die Einwanderer sind – also z.B. die Deutschen.

    Du siehst, liebe Silvia, ich möchte die Schweizer verteidigen, aber natürlich nur die Schweizer guten Willens.

    Manchmal hilft auch nur, die Leute reden (chifle) zu lassen. Dazu ein Beispiel: im Haus hinter unserem wohnt eine Albanier-Familie. Wir kennen sie schon lange. Meine Nachbarin und ich wohnten schon mal im gleichen Haus mit ihnen. Ein Cousin dieses Albaners kaufte nun eine Nachbarswohnung, und die Tochter mit ihrer Familie wollte ausgerechnet in unser Haus einziehen, d.h. bei uns eine seit längerem leerstehende Wohnung kaufen. Es gab einen (heimlichen) Aufstand unter den Schweizern. Ich verkündete, es sei mir recht, die Eltern seien angenehme Leute, wieso nicht die Jungen. Oha! Mehrere Wochen lang wude ich von sämtlichen (schweizerischen) Nachbarn geschnitten, kaum noch gegrüsst, meine Nachbarin teilte mir mit, sie wolle mit mir keinen Kontakt mehr. Nach ein paar Stunden Aufregung beschloss ich, es gelassen zu nehmen. Heute sind wieder alle freundlich zu mir und grüssen mich. Ich darf sogar die Vögel weiterfüttern, was mir bisher übelgenommen wurde. Und vorgestern verkündete mir meine Nachbarin, ihre Tochter arbeite in derselben Firma wie die neuen Albaner vorne links. – Also, mit etwas stoischer Ruhe geht’s manchmal. Es braucht nicht immer Gegenargumente, die wieder Gegenargumente auslösen, hin und her – in alle Ewigkeit.

    Natürlich ist das nicht in jedem Fall DIE Lösung. Sich zusammenraufen ist ohnehin ein Prozess, der seine Zeit dauert und schmerzhaft sein kann.

    Es grüsst: Ma

    … and have a nice day – einen schönen Tag allen!

  59. @Siliva und Ma:

    […] erschüttert über das, was ich hier und in anderen Foren zu lesen bekomme.

    … und das Thema nimmt hier Dimensionen an, die für mich zu weit weg vom Kernthema meines Blogs führen.

    Ich möchte Eure Diskussion nicht unterbinden. Ich bitte Euch lediglich, diese an anderer, besser geeigneter Stelle fortzuführen: das Hallo-Schweiz-Forum von Tina ist dafür ein sehr gut geeigneter Platz, weil dort in 99% der „Fälle“ eine beeindruckende Diskussionskultur – auch in diffizilen Fragen – gepflegt wird.

    Danke für Euer Verständnis!

  60. Liebe Silvia
    Ebenfalls ein Nachtrag betreffend deutsche Sprache:

    Doch, viele Deutsche bringen die Dialekte mit mangelnder Bildung in Zusammenhang und behandeln Mundartsprecher (ihre eigenen Landsleute wie Schweizer) verächtlich und herablassend. Dabei ist es – nach unserer Meinung – genau umgekehrt. Hochdeutsch tönt in unseren Ohren schnarrend, kehlig, plakativ, aggressiv, keine Widerrede duldend. Beim Bücherlesen ist der Ton nicht dabei. Man kann also die Schönheit der deutschen Sprache in der Literatur entdecken.

    Ehrlich, wenn jemand mit so richtigem Hochdeutsch daherkommt, wirkt das auch auf mich wie Peitschenschläge, es fährt in die Knochen, man kommt ins Stottern, man fängt an sich zu verteidigen, ohne angegriffen worden zu sein.
    Es ist eine Waffe. ;-)

    Warum wir so heftig darauf reagieren, ist mir allerdings auch ein Rätsel.
    C’est le ton qui fait la musique! Es ist aber trotzdem nicht DAS, was Deutsche und Schweizer trennt!

    Ma

  61. Hallo, Herr Widmer

    Habe Ihren Einwand zu spät entdeckt. Zwar verstehe ich nicht, inwiefern Silvia und ich vom Thema abweichen. Vielleicht wollte ich bewusst vom „Kernthema“ wegführen, denn, wie gesagt: Argumente – Gegenargumente – Argumente gegen letztere – das führt zu unendlichen Streitereien. Ich dachte aber, der Sinn des Blogs sei, die Menschen zusammenzuführen.

    Ma

    P.S. Danke für den Tipp. Werde das Hallo-Schweiz-Forum demnächst mal besuchen.

    Tschüss Silvia – evtl. andernorts wieder

  62. @Ma:

    Vom Thema des Beitrags weichen Sie und Silvia kaum ab. Aber das Thema meines Blogs ist Job, Arbeit, Beruf. Und das Thema „Deutsche Arbeitnehmer in der Schweiz“ ist ein Teilaspekt. Aber nur einer. Und nur ein kleiner.

    Und ja: Sinn des JobBlog ist und bleibt es, Menschen und ihre Gedanken/Standpunkte zusammenzuführen. (Aus naheliegenden Gründen aber möchte ich schon sehr nah verfolgen können, was „hier bei mir“ diskutiert wird. Das ist aufgrund der Menge aber nicht immer möglich. Ich bin ja nicht Berufsblogger ;-) )

  63. Hallo Herr Widmer

    ja das kann ich verstehen! Es hat sowieso keinen Wert weiter zu schreiben, manche möchten einfach nichts ändern! Ich ziehe mich zurück, ich merke auch schriftlich hat man keine Chance!
    Ich wünsche Ihnen die Schreiber, die sie wünschen!
    In diesem Sinne
    Liebe Grüsse
    Silvia

  64. Also der letzte Eintrag ist zwar schon fast nen Monat her, aber ich fühle mich trotzdem noch dazu berufen etwas zu sagen. ;-)

    Auch wenn die letzten Kommentare eher moderat waren, so musste ich ja zwischendurch doch diverse „seltsame“ Sachen lesen. Ich bin Deutscher, bin jedoch in absoluter Grenznähe aufgewachsen, für mich waren Schweizer (bzw schweizer Autokennzeichen ;-) ) immer ein normaler Teil des Straßenbilds. Es war normal im Supermarkt Schweizerdeutsch zu hören und umgekehrt war es genauso normal, an einer schweizer Tankstelle zu tanken. Aber nirgendwo wurde ich jemals komisch angeschaut, weil ich Deutscher war.

    In meiner Heimat (dem schönen Südbaden) sind die Schweizer genauso fremdartig wie Schwaben oder Bayern. Sprich: Sie sprechen halt etwas anders, aber das wars dann auch schon. Man kennt und versteht sich eben einfach, auch wenn man manchmal etwas anders klingt. ;-)

    Seit einigen Jahren bin ich nun in NRW, dem Studium wegen, und musste hier etwas andere Einstellungen antreffen. Allerdings beruhen die alle auf der Sprache. Kommilitonen, die mich zuhause besucht hatten, meinten sowas wie „die Sprache is halt ein bischen seltsam, ich versteh kaum was“. Wobei das der komplette Kritikpunkt war. Und genau dasselbe Problem hat doch auch jeder Süddeutsche oder jeder Schweizer wenn er z.B. nach Ostfriesland fährt. Die Sprache ist halt ein bischen anders. Aber da alle Hochdeutsch verstehen, sollte es doch kein Problem sein.

    Und da in unserem Sprachraum jeder in der Schule Hochdeutsch lernt (und seis nur in geschriebener Form), kann man sich immer verständigen. Unsere Kulturen sind sich schließlich sowas von ähnlich (auch wenn mich hier manch ein SVP-Wähler vlt gern steinigen würde :-) ), dass es hier kaum Probleme geben dürfte.

    So what’s all the fuss about?!

    Grüße,
    Urs

  65. Lieber Herr Widmer

    finden sie nicht, dass Thadeuz dies nun nett geschrieben hat und nun machen Sie sich selber ein Bild davon, wie die Schweizer schreiben und denken und wie die Deutschen, betriffs der Sprache! Nun, es sind nicht alle so aber die Aussagen von Ma finde ich sehr erschreckend punkto Deutscher Sprache!
    Thadeuz danke für diese Worte!
    Liebe Grüsse
    Silvia

  66. @ Silvia,

    Liebe Silvia,

    Sie sprechen mir so aus der Seele.

    Ich bin vor 4 Jahren in die Schweiz gezogen und ich hätte nie damit gerechnet, auf so viel sprichförmlichen Hass gegen Deutsche zu stossen. Die Schweizer – ein neutrales Völkchen, dass ich nicht lache. Es ist sehr traurig was hier passiert, ich meine da brennen mal eben Autos mit deutschen Nummernschildern ab oder aber Reifen mit deutschen Nummernschildern werden aufgestochen. Es ist echt schlimm. Mein Mann und ich arbeiten und leben in der Schweiz. Wir zahlen hier Steuern, sind anständige Leute und man muss sich hier behandeln lassen als wäre man ein Krimineller. Uns reicht es. Wir wohnen hier in der Schweiz, nicht weil man Steuern spart. Im Grossen und Ganzen macht es nämlich keinen Unterschied, ob man Grenzgänger ist oder hier wohnt. Nein. Wir wohnen hier, weil wir nicht ständig pendeln wollten. Entweder ganz oder gar nicht war unsere Devise. Wenn wir in der Schweiz arbeiten können wir auch hier wohnen. Wir haben uns hier einfach wohl gefühlt.

    Und nun ist es so: Wir trauen uns nicht mal mehr uns im Tram zu unterhalten. Es vergeht kein Tag an dem man keine spitzen Bemerkungen aus dem Radio hört oder in der Zeitung liesst. Entschuldigung an dieser Stelle, dass die Deutschen in der WM weiter gekommen sind. Uns reicht es.

    Wir haben beschlossen der Schweiz den Rücken zu kehren. Wir haben keine Lust in einem Land zu leben und unsere Kinder hier auf zu ziehen, in dem wir nicht willkommen sind. Auf Wiedersehen Schweiz und zwar: nur noch zum arbeiten und tanken.

    Zum Thema arbeiten in der Schweiz kann ich nur sagen: super Bezahlung, aber kein Arbeitnehmerrecht, deshalb findet man hier was den Schweizern nachgesagt wird: NEUTRALITÄT. Der Chef hat immer recht, man lässt sich alles gefallen und bedankt sich auch anständig beim Chef wenn man ein schlechtes Arbeitszeugnis bekommt. Glückwunsch.

    Und dem Zitat von Ihnen Silvia, da kann ich einfach nur zustimmen:

    „Sehr schnell habe ich begriffen wie sehr sie uns nicht mögen und man kann sich noch so anpassen, es nutzt nichts. Man braucht auch nirgens zu suchen, was wohl die Gründe hierfür sind, denn sie haben gar keine. Dieser Hass wird einfach von Generation zu Generation weitergegeben und da nutzt auch die ganze Arbeit, die in der Schule nichts, zuhause wird alles von den Eltern verdorben. “

    Es gibt keine Gründe. Ich habe selber einen schweizer „Freundeskreis“. Ich habe immer wieder gefragt, warum der Hass so gross ist (Klar, es geht ja nie gegen mich direkt, haha). Und genau das war die Antwort: Die Eltern haben das schon mitgegeben… Tja, die Schweizer können sich ja nicht mal untereinander ausstehen. Da sind Zürcher gegen Basler, Basler gegen Luzerner usw. Ich meine das ist echt beachtlich, wenn man die Grösse des Landes betrachtet…

    Silvia, wie Sie richtig erkannt haben: Es bringt nichts, seine Meinung zu äussern, zumindest nicht in diesem Land. Das wird nur als herummeckern angesehen. Nicht das man etwas ändern, verbessern und Probleme aus dem Weg schaffen könnte.. Es bringt nichts und in diesem Sinne:

    Auf Wiedersehen Schweiz!

  67. @Marina: Auch wenn ich Ihre Enttäuschung verstehe – mit Pauschalisierungen (habe ich ja schon gesagt) kommt man nicht weiter in der Diskussion. Und aufgrund der Schweizerischen Neutralität davon auszugehen, dass alle Schweizer alle(s) mögen, ist dann doch etwas weit her geholt …

  68. Ach lieber Herr Widmer wo leben Sie! Ich kenne nur ein paar nette Schweizer die das so sehen wie Sie das gerne sehen möchten, der grösste Teil hasst Deutsche! Mir wurde gerade vor ein paar Tagen geschrieben, das Deutsche grusig sind und eine andere hat geschrieben, die aus dem Norden wären hässlich. Und das mein lieber Herr Widmer hat die Schweizer Jugend geschrieben und noch vieles mehr(Vorzeigejugend der Schweiz). Hätte ich ihre persönliche Emailadresse so würde ich Ihnen gerne ihre Zitate schicken, aufgeschrieben habe ich jetzt nur die harmlosen Sprüche. Sie können schon recht primitiv werden, wenn es um Deutsche geht, das kommt immer sofort wie aus der Pistole geschossen!

  69. Liebe Marina

    das tut mir für euch natürlich leid! Es ist schlimm wenn man einfach nur Leben will. Wenigstens könnt ihr wieder zurück. Ich beneide euch!
    Glaubt mir die Kinder haben es in D besser! Mein Sohn hat eine Freundin in Düsseldorf und fliegt hin und her, was er von dort berichtet ist nur super!
    Alles Liebe
    Silvia

  70. Liebe Marina
    was ich noch vergessen habe, schon gehört? Die Schweizer haben ein Anleitungsbuch geschrieben für Deutsche in der Schweiz! Habe da mal reingestöbert! Interessant! Haben Sie schon mal sowas gehört! Man braucht in der Schweiz tatsächlich ein Handbuch, wie benehme ich mich! Schade gab es so ein Buch nicht auch schon für Italiener,Türken,Albaner,Tamilen! Wäre vielleicht eine Hilfe gewesen für die Armen aber jetzt sind ja die Deutschen mal dran!

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