Effizienteres Netzwerken mit Social Media

Sie wissen bereits um die Vorteile eines stetig gepflegten Netzwerkes (siehe «Die 5 Schritte zu einem wachsenden beruflichen Netzwerk»). Dabei sind die Dienste von Online-Netzwerken unverzichtbar geworden. Das Gute für Sie: Sie können damit einigen Zeit- und Kostenaufwand einsparen, der beim Netzwerken in der reellen Welt anfällt. Content Marketer Erich Schwarz zeigt konkret, wie Sie LinkedIn, Xing oder Twitter einsetzen.

Gastbeitrag von Erich Schwarz

Die Schritte, wie Sie sich online ein Netzwerk aufbauen, sind beinahe identisch mit dem Vorgehen in der reellen Welt:

  1. Anwesenheit
  2. Erkennbarkeit
  3. Kontaktaufbau
  4. Austausch
  5. Persönliches Treffen
  6. Kontaktpflege

Wir gehen die sechs Schritte des vorwiegend digitalen Netzwerkens durch. Diesmal geht es auch um die konkrete Nutzung von Business Social Media wie LinkedIn, Xing, aber auch Twitter. Wenn Sie die sechs Schritte durchlaufen haben, erhöhen Sie Ihre Chancen, von potentiellen Arbeitgebern gefunden zu werden. Eine ideale Ergänzung zu Ihren Stellenbewerbungen, bei denen Sie in Konkurrenz zu vielen Abgängern, aber auch Quereinsteigern stehen.

Nutzen Sie lieber Social Media zum Beobachten möglicher Kontakte. 

Die 6 Schritte des digitalen Netzwerkens

  1. Anwesenheit: Sie benötigen ein vollständiges Profil auf Xing oder LinkedIn. Eine gute Übersicht, woran man alles denken sollte, bietet dieser Blogbeitrag. Kurz: Nutzen Sie die verschiedenen Sektionen, um Ihre Qualitäten herauszustreichen. Abweichend zum empfohlenen Link: Für eine Nutzung der beiden Dienste reichen die Gratisversionen völlig aus. Mir kam auch zu Ohren, dass im Falle von Xing Premium Kündigungen langwierig waren.
  2. Erkennbarkeit: Nachdem Sie Ihre ehemaligen Kommilitoninnen und Kommilitonen sowie Ihre Studentenjob-Arbeitgeber zu Ihrem Netzwerk hinzugefügt haben, gilt es, Ihre Persönlichkeit herauszustreichen. Sie wissen über aktuelle Entwicklungen in Ihrem Gebiet Bescheid? Dann posten Sie thematische Updates auf Xing bzw. LinkedIn oder wenn Sie für eine höhere Kadenz bereit sind, auf Twitter. Wenn Sie relevante Quellen verfolgen, können Sie Links auf diese in den Social Media posten. Haben Sie einen interessanten Beitrag eines Nutzers gesehen, reagieren Sie darauf mit einem Kommentar mit Mehrwert.
  3. Kontaktaufbau: Sie haben online eine Person ausgemacht, die Sie gerne kennenlernen möchten. Das Wichtigste zuerst ist, sich ein ungefähres Bild von ihr zu machen. Googeln Sie, schauen Sie die entsprechenden Social Media-Profile und die Kurzbio auf der Unternehmensseite an. Keine Sorge darüber, dass die Zielperson auf Xing und LinkedIn sieht, dass Sie ihr Profil angeschaut haben. Im Gegenteil, es zeigt schon mal erstes Interesse. Kurz: Beobachten Sie die Person. Auf Twitter sehen Sie sogar, wie sie mit anderen Leuten interagiert. Dieser Kanal ist auch der passendste, um sich jemandem virtuell zu nähern.
    Im Prinzip erwähnen Sie die Person vorteilhaft in einem Status-Update oder Tweet. Wichtig dabei ist, dass ein interner Link auf die Person gesetzt wird. Solche Mentions sind am geläufigsten auf Twitter, funktionieren aber auch auf Facebook und LinkedIn (auf Xing dagegen nicht). Damit erreichen Sie, dass die Person, die Sie noch nicht kennt, eine Benachrichtigung über Ihr Update kriegt. So werden Sie wahrgenommen.
    Bleiben Sie nun aktiv und beteiligen Sie sich an Diskussionen, welche die Zielperson anreisst. Oder retweeten Sie einen ihrer Tweets.
    Haben Sie das einige Male gemacht, können Sie sich mit einer individuellen Meldung direkt an die gewünschte Person wenden, da sie sich an Sie erinnern wird.
    Wiederum: Twitter ist hier am niederschwelligsten, auf LinkedIn und Xing benötigen Sie einen Premium-Account, um Nachrichten an unbekannte Menschen zu schicken.
    Mit gegenseitigem Folgen (Twitter) oder einer bestätigten Verbindung auf LinkedIn oder Xing haben Sie diesen Schritt gemeistert. (Zusammenfassung: Von Profilpflege über Status-Updates zu neuen Kontakten.)
  4. Austausch: Sie haben für den eigentlichen Austausch bereits die nötige Vorarbeit bei Schritt 3 gemacht. Sie wissen, was die Zielperson umtreibt. Doch was ist denn die konkrete Motivation dieser Person für das Netzwerken? Durch die «Ich biete, ich suche»-Felder im Xing-Profil erfahren Sie, was diese Person sich von einem Austausch wünscht.
    Es ist für viele jetzt eine unbekannte Lage: Sie haben einen bestätigten Kontakt, haben aber noch nie miteinander persönlich geredet. Gehen Sie vorsichtig vor, verlangen Sie nichts, geben Sie zuerst, was dem bzw. der Anderen nützt. Idealerweise ergeben sich daraus einige Nachrichtenwechsel.
  5. Persönliches Treffen: Dieser Schritt ist natürlich der krönende Moment. Wenn es der Person aus Zeitgründen geht und sich bisher für Ihre Inputs einigermassen interessiert hat, wird sie nichts gegen ein kurzes Treffen haben. Es bleibt in unserer Zeit immer noch wichtig, den Anderen nicht nur auf seine virtuelle Präsenz zu reduzieren, sondern seine ganze Persönlichkeit wahrzunehmen. Wie Sie beim Treffen einen bleibenden Eindruck hinterlassen, erfahren Sie in diesem nützlichen Beitrag.
  6. Kontaktpflege: Wie im Schritt 5 des analogen Netzwerkens (siehe «Die 5 Schritte zu einem wachsenden beruflichen Netzwerk») halten Sie den Kontakt aufrecht, wofür Sie verschiedene On- oder Offline-Aktivitäten einsetzen können.

Jetzt sind Sie an der Reihe!

Setzen Sie noch heute ein Xing- oder LinkedIn-Profil auf. Die Netzwerke unterscheiden sich in der geografischen Ausrichtung (Xing: D-A-CH, LinkedIn: global) sowie in ihren Funktionen (Xing: lokale Gruppen und Events, thematische Newskanäle vs LinkedIn: Bloggen für Alle, Blogs von Vordenkern zum Abonnieren). Eigentlich erhöhen Sie mit jedem zusätzlichen Netzwerk Ihre Reichweite. Versuchen Sie es darum auch einmal mit Twitter. Viel Erfolg beim Netzwerken.

 

Bild: White House (Public Domain)


Erich Schwarz sattelte nach PR- und Marketingjahren an universitären Stellen zur Agentur Feinheit um, bei der er die Kommunikation verantwortete. Als überzeugter Content Marketer bloggt er darüber, schreibt Texte über die Stadtentwicklung und verteilt Noten an gesichtete Filme beim Zurich Film Festival.

2 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Schön, dass der Artikel Ihnen gefallen hat, Frau Blindert. Zu Ihrem Hinweis: LinkedIn und Xing bilden sicher die grössten gemeinsamen Nenner für die Mehrheit der Angestellten und Selbständigen im Dienstleistungssektor. Branchenspezifische Plattformen (wie Researchgate, das ich nicht kannte) können da auch wichtig sein. Für Grafik, Design, Illustration ist https://www.behance.net/ wohl ein Muss, Entwickler schwören auf https://github.com/ etc. Was man mit dem Kanal macht, ist dann das Entscheidende.

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