Jobwechsel dank eines Weblogs?

In meinem Artikel Erfolgreicher bewerben mit einem Weblog? habe ich bereits vor einigen Monaten meine Meinung festgehalten. In der Folge haben einige Leser dazu auch einige interessante Leserbriefe geschreiben.

Nun greift karriere.de das Thema auf: Astrid Oldekop schreibt über die Möglichkeiten, mit einem Blog seine Berufskompetenz publik zu machen und die Chancen auf einen erfolgreichen Jobwechsel zu erhöhen: Jobs durch Blogs.

Sie führt reale Beispiele auf:

  • Jochen Robes verlor seinen Job bei der Deutschen Bank. Darüber schrieb er in seinem Weiterbildungsblog, das er für sein Spezialgebiet E-Learning eingerichtet hatte: „Ich habe eine Phase des Nachdenkens und der Neuorientierung eingeplant.“ Kurz danach fand er zwei Jobangebote in seiner Mailbox und im Februar trat er seine neue Stelle als Leiter der Content-Abteilung von X-Pulse an.
  • Ganz anders ist der Fall von Ellen Simonetti. Sie war Stewardess und veröffentlichte in ihrem Blog „Queen of Sky“ Bilder, die sie mit halb geöffneter Bluse in einer Flugzeugkabine zeigten. Ihr Arbeitgeber Delta Airlines fand keinen Gefallen an den Fotos und feuerte die Queen of Sky.
  • Ein zweites Beispiel, bei dem der Schuss nach hinten los ging, ist Mark Jen, bis im Januar Produkt Manager bei Google. Er schrieb in seinem Blog über die Arbeitsbedingungen beim Internet-Giganten und bekam prompt die Kündigung. Seit März arbeitet er beim kalifornischen US-Software-Unternehmen Plaxo – und bloggt munter weiter.

Ein eigenes Weblog kann der Karriere sehr nützlich sein – vorausgesetzt man hält sich an die Spielregeln.

… sagt Astrid Oldekop. Nur finde ich im Artikel leider überhaupt keine konkreten Hinweise auf diese Regeln.

Aber ich übernehme das gerne ;-)

Aufgrund meiner Erfahrung als Karriere-Coach und als Blogger zeige ich Ihnen mit diesen 7 Tipps, wie Sie ein Weblog für den Jobwechsel einsetzen und gleichzeitig Ihre Erwartung realistisch halten können:

  1. Untermauern Sie Ihre Fachkompetenz
    Wenn Sie sich in einem Gebiet besonders gut auskennen und Ihnen das schriftliche Formulieren liegt, ist ein (Tehmen-)Weblog eine gute Sache, um sich langfristig (!) ein professionelles Image aufzubauen. Jochen Robes Erfolg kam auch nicht von heute auf morgen – er hat in seinem Weblog bereits während knapp eineinhalb Jahren über sein Fachgebiet geschrieben.
  2. Zeigen Sie Ihre Problemlösungsfähigkeit
    Denken Sie immer daran: kein Unternehmen sucht Mitarbeiter, es braucht Problemlöser! Wenn Sie also ein Weblog für Ihre berufliche Entwicklung nutzen wollen, dann prägen Sie sich diesen Grundsatz gut ein und beherzigen Sie ihn bei jeder Zeile, die Sie im Blog schreiben – zeigen Sie also Ihre Problemlösungskompetenz! (Selbstredend, dass es da schon mehr braucht als ein paar Links auf andere Seiten.)
  3. Kritik: ja, aber …
    Eine kritische Haltung hat in Ihrem Blog durchaus eine Berechtigung, solange Sie nicht beim Kritiseren stecken bleiben. Wenn Sie in Ihrem Blog Schwachstellen in Ihrer aktuellen Tätigkeit aufgreifen und sinnvolle (sprich: praktikable) Lösungswege aufzeigen, dann untermauern Sie damit Ihre Problemlösungskompetenz. Reines Lästern über das Unternehmen und die dort arbeitenden Menschen ist selbstverständlich absolut kontraproduktiv!
  4. Seien Sie auch Mensch
    Kein Unternehmen stellt Sie nur aufgrund Ihrer fachlichen Qualifikationen ein; Ihre persönliche Seite hat berechtigterweise einen grossen Anteil an einem Einstellungsentscheid. Deshalb haben auch persönliche Themen im Weblog Platz. Achten Sie aber gut darauf, dass die Mischung ausgewogen ist und in etwa dem Verhältnis entspricht, das den Anforderungen Ihrer berufliche Tätigkeit entspricht.
  5. Denken Sie an die Leser
    Was für das Kommunizieren grundsätzlich gilt, gilt insbesondere dann, wenn Sie sich mit einem Weblog eine Reputation schaffen wollen: denken Sie stets an die Leserinnen und Leser und daran, was diese (über Sie) erfahren wollen. Achten Sie dabei auch auf den Nutzen, den Sie einem Unternehmen bringen. Die Menschen, die Sie in ihr Unternehmen holen wollen, fragen sich nämlich laufend: „Was haben wir davon, wenn sie/er bei uns arbeitet?“
  6. ‚Schnell, schnell‘ funktioniert nicht
    Mit einem gerade mal 2 Wochen alten Weblog werden Sie Ihre Chancen kaum erhöhen, gleich bei der nächsten Bewerbung „das Rennen zu machen“. Ein Blog, das Ihre Fach- und Persönlichkeitskompetenz unterstreicht (und darauf kommt es ja beim Jobwechsel an), stellt man nicht innert weniger Tage auf die Beine; da ist viel Ausdauer, Fleiss und Geist gefragt.
  7. Sowohl als auch
    Die Erfahrung von Jochen Robes begeistert und spornt an. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass Sie ausschliesslich mit Hilfe des Weblogs Ihren Traumjob angeboten bekommen, ist sehr klein. Um eine klassische Bewerbung werden Sie also nicht herum kommen: Das eine tun und das andere nicht lassen, lautet die Devise!

Übrigens: zum Schluss des Artikels auf karriere.de sind 10 Themenblogs aufgeführt, die Ihnen weitere Anhaltspunkte zum Thema geben. Unter anderem auch mein JobBlog :-)

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