KMUs ersaufen in der behördenverordneten Administration

Ich, als Kleinstunternehmer, habe mich vor einigen Monaten auch daran beteiligt: an der vom Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) im ersten Halbjahr 2006 bei 3000 KMU durchgeführten, nicht repräsentativen Umfrage.

Heute veröffentlicht das SECO nun die ersten Erkenntnisse aus der Studie: Verständlichere Vorschriften und Verfahren für KMU

Im Durchschnitt setzen Kleine und Mittlere Unternehmen (KMU) 41,3 Stunden pro Jahr und Mitarbeiter ein, um behördlichen Pflichten nachzukommen. 40% der KMU empfinden die administrative Last als eher bis äusserst mühsam; 60% als eher nicht mühsam.

Zwei Gedanken dazu:

  • Das bedeutet, dass – grobgerechnet – ein Unternehmen pro 40 Mitarbeitende eine/n Mitarbeiter/in beschäftigen (und selbstverständlich finanzieren) muss, der/die sich mit diesen administrativen Arbeiten rumschlägt beschäftigen muss.
  • Das ist aber nur die eine Seite. Andererseits bedeutet das nämlich auch, dass auf der Verwaltungsseite zig Mitarbeiter/innen beschäftigt werden müssen, die das ganze administrative Zeugs, das die KMUs einreichen müssen, bearbeiten, verwalten und archivieren.

Ganz ohne wird es natürlich nie gehen. Aber dieses Ausmass, das wir auch nach der Veröffentlichung der Studie nur ganz grob abschätzen können, ist beängstigend. Eine Nutzenanalyse ist dringend notwendig (und wird es vermutlich auch nach der Publikation des Gesamtsberichts Ende 2006 bleiben).

Die Botschaft des Bundesarates zum Projekt „Vereinfachung des unternehmerischen Alltags“, die Ende 2006 verabschiedet wird, soll erste Antworten und konkrete Lösungen auf die Ergebnisse der Umfrage bringen.

Ich bin ja ein optimistischer Mensch. Aber ich befürchte, dass es bei Scheinlösungen bleiben wird – à la „Ablösung von klassischen Formularen durch Online-Formulare“ (statt Abschaffung der betreffenden Datenerhebung).

Wetten, dass …?

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.


Lesen Sie den vorherigen Eintrag:
Yesterday

Es war vor (geschätzt) 15 Jahren. Damals waren sie absolut in. Und (fast) alle haben sie getragen - völlig unabhängig...

Schließen