Talentknappheit im Arbeitsmarkt – auch in der Schweiz

Die Talentknappheit zeigt auch in der 9. Ausgabe der Manpower-Markstudie kein wesentlich verändertes Bild: Es herrscht in zahlreichen Berufszweigen noch immer eine massive Knappheit an Talenten. Der Wandel in der Human-Resources-Strategie, um diesem Mangel entgegen zu wirken, steckt vielerorts noch in der Anfangsphase.

Die Schweiz im globalen Vergleich

Die alljährliche Umfrage von Manpower zeigt in der 9. Durchführung im 1. Quartal 2014, dass 36% der Unternehmen weltweit und 33% der Arbeitgeber in der Schweiz Schwierigkeiten bei der Besetzung von Stellen haben. Die Schweiz bewegt sich damit im mittleren Drittel der untersuchten Länder und knapp etwas besser als der Länderdurchschnitt.

Die meist genannten Hauptgründe für die Knappheit sind:

  • Mangel an Fachkompetenzen bei Kandidaten (36%)
  • Mangelnde berufsbezogene Qualifikationen (30%)
  • allgemeiner Mangel an Kandidaten (27%)

Erstaunlich ist, wie unterschiedlich das Bild ist, wenn man die meistgesuchten Berufen in der Schweiz, den umliegenden Ländern, Deutschland, Frankreich und Italien sowie global vergleicht:
top-10-der-meistgesuchten-berufe

Fast in allen Ländern ist und bleibt die Gruppe der Facharbeitenden an der Spitze der Liste – genauso wie in der Schweiz.

Verwunderlich ist, dass das Bild im 9. Jahr der Studie kein wesentliches anderes ist als jenes in den acht Jahren zuvor: noch immer geben 41% der betroffenen Unternehmen an, über keine griffige Strategie zu verfügen, um die Talentknappheit zu überwinden und ihre Situation merklich zu verbessern.

Jene Arbeitgeber, die an der Überwindung dieser strategischen Schwäche arbeiten, setzen im Wesentlichen auf diese Lösuungen:

  • 35 % sehen die Lösung in der Anpassung ihrer Arbeitsverfahren,
  • 17 % setzen auf eine Anpassung ihrer Personalstrategie, insbesondere durch Umschulung und Weiterbildung bestehender Mitarbeitender und
  • 14 % konzentrieren sich auf die Erschliessung alternativer Talentquellen

Manpower kommt in der Analyse der Umfrage zu diesem Schluss:

«Im Human Age ist der Schlüssel zum Erfolg eines Unternehmens seine Fähigkeit, sich schnell und wirksam an Veränderungen anzupassen, und dieser liegt in den Händen der Personalabteilungen. Wenn HR-Abteilungen ihre Rolle ausweiten und sich mit Talentangebot und -nachfrage befassen und Arbeitsmodelle umstrukturieren bzw. neu entwickeln, können sie entscheidend zur überwindung der Talentknappheit beitragen, obgleich dieser Ansatz alleine kein Allheilmittel darstellt.»

Manpower hat drei Schlüsselrollen indentifiziert, um strategisch erfolgreich gegen diesen Mangel anzugehen. HR soll

  1. Experte für Angebot und Nachfrage sein und
  2. als Marketing-Experten wie auch
  3. als Entwickler neuer Ideen agieren.

Was mich persönlich doch erstaunt, dass zwar Berufe mit hohem Wissens- und Erfahrungsbedarf besonders von der Talentknappheit betroffen sind, aber gleichzeitig immer mehr Ü-50-jährige, gut qualifiziete Mitarbeitende Mühe haben, eine Stelle zu finden. Gilt hier vielleicht der Grundsatz «Ja, wir wollen Fachkräfte – aber keine teuren!»?

Wie sehen Sie das? Was ist Ihre Meinung dazu und zum Thema generell?

Manpower-Studie: Anhaltende Talentknappheit: Inwiefern bietet ein neues Rollverständnis der HR-Abteilung eine Lösung? (August 2014)

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