Unsichere Aussichten auf dem Schweizer Arbeitsmarkt für das 4. Quartal 2013 (Manpower Arbeitsmarktbarometer)

Das Staatssekretariat für Wirtschaft SECO hat die Prognosen für die Binnenkonjunktur für das laufende Jahr ein weiteres Mal nach oben korrigiert (BIP von 1.4% auf 1.8% korrigiert) und rechnet für 2014 sogar mit einem weiter verstärkten BIP-Wachstum von 2.3%. Eine ebenfalls positive Tendenz zeigt die Arbeitslosenquote, die von 3.3% (Juni) auf 3.2% sinkt.

Nach wie vor tendenziell schwach entwickelt sich das Wachstum von Export (Korrektur von 1.6% auf 1.2%) und Import (1.1% statt 1.2%). Die Situation in der Exportindustrie bewirkt, dass die Unternehmen in der Personalbeschaffung nach wie vor zurückhaltend und vorsichtig sind. Positiv auf den Schweizer Arbeitsmarkt der Exportunternehmen dürfte sich die laufende Erholung im Euroraum auswirken.

Die Ergebnisse des Manpower Arbeitsmarktbarometers für das 4. Quartal 2013:

Schweiz: allgemein

5% der 750 befragten Arbeitgeber mit einer Zunahme der Personalbestände, während 7% einen Rückgang und 87% keine Veränderung erwarten. Die saisonbereinigte Netto-Arbeitsmarktprognose liegt bei -3%, der Wert sinkt im Vergleich zum dritten Quartal um 4 und im Jahresvergleich um 7 Prozentpunkte.

Das liege insbesondere daran, dass sich die Arbeitgeber Sorgen über die Auswirkungen in der Eurozone auf den Schweizer Arbeitsmarkt machen, sagt Charles Bélaz (Generaldirektor a.i. Manpower Schweiz).

Schweiz: Wirtschaftssektoren

Arbeitsmarktprogonose 4.Q.2013
In vier Wirtschaftssektoren rechnen die Arbeitgeber mit einer Erweiterung ihrer Personalbestände im vierten Quartal 2013. Besonders optimistisch sind sie in der Energie- und Wasserversorgung (+16%), welche ihre höchste Netto-Arbeitsmarktprognose seit dem 1. Quartal 2008 und ausserdem die jeweils grösste Zunahme im Quartals- und Jahresvergleich (um +22 bzw. +15 Prozentpunkte) verzeichnet. In der verarbeitenden Industrie (-12%) sind die Arbeitgeber hingegen pessimistisch; dieser Sektor meldet zum vierten Mal in Folge ein negatives Ergebnis und seinen tiefsten Wert seit dem 3. Quartal 2010. Hinzu kommt der grösste Rückgang im Jahresvergleich (16 Prozentpunkte). Im Quartalsvergleich wurde im Sektor Bergbau und Rohstoffgewinnung
(-1%) der bedeutendste Rückgang gemessen (9 Prozentpunkte).

Schweiz: Regionen

Arbeitsmarktprogonose 4.Q.2013
In drei Regionen gibt für das 4. Quartal 2013 positive Netto-Arbeitsmarktprognosen. Spitzenreiter ist dabei die Zentralschweiz (+15%), die auch den höchsten Anstieg im Quartalsvergleich (+11 Prozentpunkte) aufweist. Schlusslicht ist in diesem Quartal die Ostschweiz (-14%), welche zum zweiten Mal in diesem Jahr ihren tiefsten Wert und den grössten Verlust im Jahresvergleich (-14 Prozentpunkte) aufweist.

Weltweite Beschäftigungsaussichten

Der Blick auf die Beschäftigungsaussichten auf dem ganzen Globus zeigt, dass Unternehmen nach wie vor vorsichtig an Neueinstellungen herangehen. Das wird besonders in der Region EMEA (Europe, Middle East & Africa) klar: hier zeigen die Personalbestände sogar negative Werte.
Im globalen Überblick sind Italien, Spanien und Finnland die Schlusslichter, am besten schneiden Indien, Taiwan, Panama, Singapur, Brasilien und Guatemala ab.


Die Studie «Manpower Arbeitsmarktbarometer 4. Quartal 2013» kann man, wie alle bisherigen, hier herunterladen.

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