Wer übernimmt Inhalte vom JobBlog?

Das Internet als Selbstbedienungsladen? Immer wieder stellt man fest, dass Inhalte von anderen Seiten übernommen werden. Meistens ohne böse Absicht, ab und zu aber auch ganz schön dreist.

Über meine Statistikdaten habe ich einige Websites gefunden, die Inhalte vom JobBlog übernehmen und ohne mein Einverständnis in ihre Seiten einbinden. Mails an die CEOs bzw. die Seitenbetreiber sind unterwegs:

Guten Tag
Bei der regelmässigen Kontrolle meiner Statistikdaten bin ich auf Ihre Website gestossen und habe dabei festgestellt, dass Sie – ohne mein Einverständnis – dort Beiträge (bzw. Beitragstitel) aus meinem Weblog www.jobblog.ch übernehmen.
Ich ersuche Sie um eine baldige Stellungnahme Ihrerseits.

Jetzt bin ich gespannt auf die Reaktionen.

[Update 15.07.2006, 12:00]
Alle Genannten haben sich bereits gemeldet und wir konnten die Sache einvernehmlich klären. Wie ich es vermutet (und erhofft) habe, stand hinter dem Tun keine böse Absicht. In der Folge habe ich den Titel des Beitrags und den Text entsprechend angepasst.

[Update 18.07.2006, 21:45]
Die Situation in allen Fällen konnte geklärt werden. Aus diesem Grund habe ich die Namen der Seiten bzw. der Seitenbetreiber hier wieder entfernt (auch auf Wunsch eines Betroffenen). Ich habe auf der Copyright-Seite festgehalten, wie ich das Übernehmen von JobBlog-Inhalten handhaben will. Sollte es dennoch nicht klar sein: am besten ist’s, miteinander Kontakt aufzunehmen – vorher.

31 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Du bist aber freundlich zu denen. Verlangst nur eine Stellungnahme… aber ich bin sehr gespannt wie die aussehen werden.
    Wie genau bist du denn auf die „Dublikate“ aufmerksam geworden? Wie hast du das in den Statistiken bemerkt?

  2. local.ch listet meines Wissens nur den Titel von Posts und verlinkt ansonsten auf den Post und traduc betreibt mit commonsense ja einfach einen Aggregator wie blog.ch oder slug.ch.
    Insofern kann ich Dir im Moment nicht ganz folgen. Solange ja nicht die ganzen Artikel gelistet werden, kann man das doch durchaus als Werbung sehen. Oder habe ich dabei etwas übersehen?

  3. „Beiträge bzw. Beitragstitel“ ? Da würde ich jetzt einen gewaltigen Unterschied machen: Der Beitragstitel ist ein Gratis Backlink für Dich. Sogar wenn ein Auszug eines Postings angezeigt wird, ist das noch zu Deinem Vorteil. Erst wenn der gesamte Beitrag angezeigt wird, wird’s haarig.

    Übrigens checke ich Kopisten gelegentlich mit http://copyscape.com/ ab. Für jobblog.ch finde ich nicht viel, aber wenn Du einzelne Beiträge abcheckst, findest Du evtl. mehr.

  4. Ob nur die Titel mit den Links oder ganze Beiträge „genommen“ werden, ist irrelevant. Es werden schlicht und ergreifend fremde Inhalte verwendet, um das eigene (Web-)Angebot attraktiver zu machen (und in extremis mit diesem Angebot Geld zu verdienen).

    Es mag Werbung für mich bzw. mein Blog sein. Im einen oder anderen Fall könnte ich das auch so sehen. Nur: ich möchte vorher gefragt werden, ob ich a) grundsätzlich damit einverstanden bin (wäre ich z.B. nicht, wenn es eine Seite von Rechtsradikalen, von Konkurrenten usw. wäre) und b) mit der „Honorierung“ durch Links einverstanden bin (was ich z.B. bei kommerziellen Seiten nicht wäre).

    Bei den genannten Aggregatoren wie blog.ch, slug.ch und anderen ist’s eine andere Sache: da wurde ich vorher gefragt bzw. habe meinen RSS-Feed dort selbst eingestellt.

  5. Ich bin zwar nicht der CEO von local.ch, die Bloggeschichte habe ich aber dort eingebaut und möcht darum doch mal (sozusagen inoffiziell) Stellung nehmen.

    Du erscheinst dort auf der Gemeindeübersichtsseite von Wollerau (http://www.local.ch/Wollerau), weil dein ICBM Metatag eben dorthin zeigt und wir das von planet.blogug.ch so aggregieren (siehe http://planet.blogug.ch/search/city:wollerau ). Du bist der Einzige von Wollerau, der das macht, drum sind auch alles nur Blogposttitel von dir dort drin.

    Wir haben das sicher nicht aus grossen kommerziellen Gründen dort so eingebaut, sondern wollten halt zeigen, über was sonst noch so in „deiner“ Gemeinde geschrieben wird. Schliesslich sucht man ja nach Infos aus dieser Gemeinde, warum also nicht Blogposts aus dieser Gemeinde anzeigen. Google et al. machen das ja auch nicht viel anders (dem Sinne nach).

    Dass wir dich dazu nicht um Erlaubnis gebeten haben, mag vielleicht trotzdem nicht ganz korrekt gewesen sein, drum habe ich dich jetzt rausgenommen und ich möchte mich schon mal für die Aufregung entschuldigen (geht aber noch ein bisschen wegen Cache bis es wirklich weg ist auf dem local.ch Server)

    Ich werde bei planet.blogug.ch auch versuchen, mich besser an die „commercial/non-commercial“ Angaben aus list.blogug.ch zu halten (resp. die Abfrage für Aussenstehende dafür einfacher zu machen). Die waren bei Dir (http://list.blogug.ch/de/show/http%3A//www.jobblog.ch/) übrigens auf „Darf auf kommerziellen Seiten verwendet werden“ gestellt. Ich habe das dort nun auch mal rausgenommen (hätte aber nicht verhindert, dass deine Titel auf local.ch erschienen sind, da irgendwo noch ein Teil im Puzzle fehlt).

  6. @Chregu, IIRC werden die Blogs auf list.blogug.ch automatisch als „Darf auf kommerziellen Seiten verwendet werden“ registriert. Sieht jedenfalls so aus, wenn ich die letzten von blog.ch übernommenen und nicht geclaimten Blogs anschaue.

    Aber wenn man das ändern würde, wären andere sicher auch wieder nicht zufrieden. Es ist halt einfach schwierig, solange nicht jeder Blog eine CC-Lizenz hat, die dann auch maschinenlesbar ist, und vom Verzeichnis auch noch ausgelesen wird. Wie man’s macht, ist’s falsch – kenn ich ja zu Genüge :-).

  7. Servus Marcel,

    ich verlinke hin und wieder auf Beiträge von dir.
    Solltest du damit nicht einverstanden sein, bitte ich dies mir mitzuteilen.

    Ich kann nur schwer einschätzen, wie du die Lage in meinem Fall beurteilst.
    Alle Beiträge sind mit „Jobblog“ getagt, bzw wird das als Quelle genannt.

    Eine interne Suche nach „jobblog“ wird dich also schnell ans Ziel bringen und alle Beiträge anzeigen.

    MfG
    Jochen

  8. Servus Marcel

    Wie Jochen schreibt, war der Jobbblog auch auf unseren Linkempfehlungen aufgeführt, weil wir viele der Beiträge lesenwert fanden. Nach dem Lesen dieses Artikels habe sich das aber sofort geändert, weil wir es uns nicht leisten können und wollen, ins Visier deiner Anwälte zu geraten. Du beschreibst Dich zwar als Mensch mit hoher Praxisbezug und ausgeprägter Sozialkompetenz. Der Artikel ist aber meiner Meinung nach Erbsenzählerei. Internet lebt vom verlinken. Die Menschen welche Verzeichnisse erstellen und pflegen, haben damit sicher genug Arbeit und transportieren dazu gratis noch Werbung für Deine Firma.

    Ein Verlinkung weniger wird Dich sicher nicht in den wirtschaftlichen Ruin treiben. Imagemässig wirst Du es auch überleben. Dass man aber darüber extra schreiben muss , wenn mal wer ohne detailierte Quellenangabe einen Beitrag oder Teile verwendet hat, interessiert mich persönlich weniger (Interna). Ob damit Dein Blog künftig interessanter wird, möchte ich bezweifeln. Halte aber fest, dass ich natürlich Verletzungen der Urheberechte bzw. Copyright-Bestimmungen nicht befürworte. Empfehlung : Eine eigene Sparte mit Firmenblogs welche Stellungnahmen fordern. und mit Rechtsanwälten drohen. Würde mir den Surfalltag enorm erleichtern, weil ich dann weniger zu empfehlen und zu lesen hätte.

    MfG

    Peter

  9. Hallo,
    es geht hier m. E. gar nicht um das Verlinken. Klar ist das Verlinken Bestandteil des Internets. Mit einem Link lade ich Leser dazu ein, dem Link zu folgen und den Beitrag des Verfassers im Original zu lesen. Was mich ärgerlich macht, ist das Einbinden fremder Bilder oder Beiträge *ohne* angemessenes Verlinken. Das entspricht im Prinzip dem Zitieren ohne Quellenangabe.
    Und wenn meine Beiträge, ohne dass ich informiert wurde, in einem anderen Blog in einer „RSS-Box“ stehen, dann finde ich das, sagen wir einmal, grenzwertig. Zumal in dieser Box zwar augenblicklich meine Beiträge erscheinen, mein Blog aber nicht in der Blogroll steht.
    Ich sehe denn das Ganze auch weniger als ein Problem des Copyrights oder dergleichen, sondern eher als eine Frage der Kinderstube und des Umgangs unter Bloggern.
    CU
    Stephan

  10. Es freut mich, dass sich hier eine engagierte, sachliche und wertvolle Diskussion entwickelt :-)

    Ein paar Gedanken zur weiteren Klärung und als Replik auf oben stehende Kommentare:

    • @ alle Blogger:
      Natürlich, das Auflisten in Blogrolls/Linklisten sowie das Verweisen auf andere Blogbeiträge à la „(via XBlog)“ oder „… habe ich im XBlog diesen Artikel gelesen: …“ finde ich absolut OK. Das ist Bloggen – das ist das so spannende und wichtige Verknüpfen von Informationen und Wissen!
    • Übernehmen von Artikeln über RSS:
      Da geht’s mir im Wesentlichen um zwei Punkte: 1) Ist es für die überwiegende Mehrheit der Leserin/den Leser klar ersichtlich, dass es sich dabei um fremde Inhalte handelt? (Steht als Titel dort „RSS-Box“ ist es das nicht, steht „Beiträge von anderen Autoren“ ist’s erkennbar.) 2) Ich beharre darauf, dass ich über die Verwendung meiner Inhalte selber entscheiden kann; d.h. ich will vorher gefragt werden.
    • @ chregu betreffend local.ch:
      Auch wenn ich in Wollerau wohne und blogge, aber nicht über Wollerau blogge, finde ich die Idee gut (auch deshalb, weil sie der Vernetzung von Wissen dient). Aber auch hier meine ich, dass eine klare Deklaration nötig ist (z.B. „Blogautoren aus dieser Gemeinde schreiben:“). Und ich möchte vorher angefragt werden (wenn ich mich in Eurem – tollen! – blogug.ch einschreibe bzw. diese Seite anpinge, gebe ich nicht „automatisch“ mein OK für die Verwendung auf anderen Seiten!). Btw: ein Unternehmen von PubliGroupe und Swisscom handelt hoffentlich und legitimerweise mit direkt oder indirekt kommerziellen Zielen ;-)
    • Mit gleichen Massstäben messen:
      Es spielt – mit Blick auf unser Rechtssystem – keine Rolle, ob ich meinem Nachbarn den Gartenschlauch klaue oder bei einer Garage in der Nacht drei Luxuslimousinen abtransportiere. Will heissen: ob ich Inhalte von einem Ein-Personen-Blog oder von einem etablierten Medienunternehmen stehle – es ist das selbe! (Wer’s anders sieht, soll mal die Probe aufs Exempel machen: eine Box auf der eigenen Seite einbauen, Titel „Wirtschafts-Nachrichten“, per RSS Meldungen der NZZ einbinden und dann auf die Reaktion warten.)

    Es scheint kompliziert. Ist es aber nicht. Im Grund genommen geht es schlicht und ergreifend um die Frage „Meins? Deins?“ – so, wie wir alle die meisten von uns es unseren Kindern beibringen.

    (Ich vermute, ich werde mich nun doch mal schlau machen müssen, was creative commons Lizenzen betrifft …)

  11. Noch was …

    1. Wenn ich etwas ganz bestimmt nicht bin: dann ist’s ein Erbsenzähler!
    2. Es ist schon verrückt, was die Deutsche Juristerei schon erreicht hat: kaum wehrt sich jemand, müssen betroffene Deutsche mit dem Aufmarsch von Anwälten rechnen! Keine Angst: ich bin Schweizer und bei uns regiert noch der gesunde Menschenverstand und das Gespräch untereinander!
  12. Wegen Deklaration: Da steht momentan „Blogposts aus Zürich“ ( auf http://www.local.ch/de/Zürich ), ich seh da jetzt keinen grossen Unterschied zu „Blogautoren aus dieser Gemeinde schreiben:“, aber wir nehmen solche Anregungen immer gerne entgegen und berücksichtigen die natürlich auch.

    Und wegen blogug.ch ist schon klar, dass du keinen Freipass gibst, wenn du dich dort einträgst (und anpingst). Ich selber bin mit den möglichen Kategorisierungen auch noch nicht glücklich („Darf auf nicht-kommerziellen Seiten verwendet werden“ und „Darf auf kommerziellen Seiten verwendet werden“), zudem müssen wir das mit den Defaulteinstellungen nochmals überdenken (siehe Kommentar von Matthias). Ich werde das sicher noch mit den anderen bloguglern besprechen.

    Und meine grundsätzlich persönliche Meinung zum ganzen Thema: Die RSS Headlines nehmen und direkt auf den original Post linken, da seh ich eigentlich selten wirklich ein Problem. Wo’s meiner Meinung nach wirklich problematisch wird, ist wenn man den Content selber auch noch included und’s dann eben nicht klar deklariert. Planet Blogug ist da sicher schon ein Grenzfall, aber da gibt’s wenigstens den Direktlink (und bei langen Texten auch nicht den vollen Text..). Und ich habe mich bei dem Thema tatsächlich auch schon genervt, siehe http://blog.bitflux.ch/archive/2005/07/28/blog-web-aggregation-and-problems-with-it.html

  13. Find ich absolut gut und wichtig, dein Posting und deine Maßnahmen!
    Dir gehts nicht darum, dass keiner an den Inhalt deiner Postings gerät – sonst würdest du ja hier nicht dein Wissen und Können gratis zum besten geben (danke, konnte ich neulich auch schon mal bestens brauchen).
    Dir gehts darum, dass niemand mit deinem Wissen seins, so sagen wir einfach mal, „aufwertet“ – und damit auch gleichzeitig sein Selbstbewusstsein …

    Das Internet ist eben kein rechtsfreier Raum.
    Auch hier gilt (nicht nur) das Urheberrecht.

  14. Erste Reaktionen und erste Klärungen:

    Frank Wenzel vom UnternehmensGeist.net und Peter Speidel haben auf mein Mail reagiert, wir haben – so meine ich – die Sache klären können, die Feeds aus dem JobBlog sind entfernt. Das ist die Art, wie ich Unstimmigkeiten gerne erledige: im Gespräch. Die Hinweise im Artikel habe ich entsprechend modifiziert.

    Dank der Antwort von Peter Speidel habe ich festgestellt, dass meine Ausführungen zur Verwendung von JobBlog-Texten in der Tat so oder so interpretiert werden können. Ich habe die entsprechende Passage jetzt angepasst und hoffe, dass es nun klar ist, wie ich es handhaben möchte (wenn nicht: im Zweifelsfall ist ein Mail oder ein Anruf immer einen gute Ausgangsbasis, um eine vernünftige, für beide Seiten stimmige Lösung zu finden!).

    Jetzt heisst es dort:

    […] Sämtliche Inhalte hier sind – sofern nicht explizit erwähnt – mein Eigentum. Das Verlinken auf das JobBlog sowie das Zitieren unter Angabe der Quelle ist nicht nur erlaubt, sondern gewünscht. Das Übernehmen von Beiträgen per RSS-Feed ohne eindeutige Kennzeichnung (z.B. “Beiträge aus dem JobBlog:”) und meine explizite, vorgängige Einwilligung ist nicht erlaubt. […]

  15. Eine Möglichkeit, um Fehlinterpretationen der Nutzungsbedingungen zu vermeiden (@ vorletzem Kommentar), wäre es, auf CreativeCommons (http://www.creativecommons.ch/) zu verweisen. Nichtsdestotrotz muss ich Herrn Widmer zustimmen. Auch wenn das (traditionelle!) Urheberrecht (http://www.ige.ch/D/urg/u10.shtm) im Internet als störend und das Wort „copyright“ etwas zu wörtlich genommen wird, reichen bereits die normalen und für den realen Raum etwickelten Regeln, um Fälle wie diesen zu erledigen.

    @ Deutsche Juristerei: auch hier muss ich (leider) zustimmen. Der Grund ist zum einen in einer unerträglichen Streit“kultur“ zu suchen (böse gefragt: was kann man von einer „Geiz ist geil“-Kultur denn anderes erwarten?) und zum anderen in einem Überangebot an Juristen. Ein befreundeter Anwalt erzählte mir mal, dass sehr viele praktizierende deutsche Anwälte unter dem Existenzminim leben und nur dank des Zweitverdienstes der Ehefrau überleben können.

  16. Gerne kommentiere ich ganz offiziell (Bin der Ceo von local.ch): Unsere Haltung hat Chregu bereits vorher kommentiert.

    Wir wollten ganz bestimmt niemandem beklauen und Chregu hat betreffend dem Eintrag von Jobblog schon reagiert. Uns gehts bei local.ch drum in der Region, im Ort zu zeigen was los ist, was es gibt (und das sind eben auch in Wollerau mehr Dinge als Steueroasensuchende). Wir haben bei den Blogs einfach auf die Blog Titel gelinkt und zu keiner Zeit ganze Posts übernommen (Beim Letztern schliesse ich mich der Meinung der Vorkommentierer an).

    Bei den Links sehe ich da wenig Probleme. Du, Marcel, wünschst sie ja ausdrücklich in Deinem Copyright. Und auch auf Deinem Blog gibts ja hauffenweise Links auf andere Beiträge, Sites, etc,. Ich hoffe damit haben wir diesen Punkt in Deinem Sinn geklärt.

    Generell zum Thema:

    Die World Association of Newspapers (http://www.wan-press.org) hat an ihrem kürzlich in Moskau abgehaltenen Jahreskongress sich fürchterlich über Google und den Inhalteklau von Google aufgeregt. In tatsächlich in Google\’s Cache findet sich auch jobblog.ch (http://www.google.ch/search?hl=de&q=site%3Ajobblog.ch&btnG=Google-Suche&meta=)
    Ist das jetzt gut, oder schlecht? Vermutlich eine Frage des Standpunkts.

    Dem vorausgegangen war schon die Debatte rund um Links. Sind Links schlicht ein Kernstück des Internets oder ein Vehikel, um Copyright-Verletzungen zu begehen. Ein kurzer Rundblick, zeigt, dass es auch dazu verschiedene Meinungen gibt. (z.B.
    http://www.bitlaw.com/internet/linking.html
    http://en.wikipedia.org/wiki/Hyperlink#Legal_and_moral_issues_concerning_hyperlinks)

    In der Schweiz hat das Bundesgericht mit dem Urteil in der Sache Anzeiger.ch gegen Tagesenzeiger et al. derartiges Spidering zumindest nicht untersagt (www.bger.ch // 04.02.2005 4C.336/2004, Link zu lang für hier ;-). Für einmal ein Urteil mit direkter ökonomischer Auswirkung. Ein gute Diskussion hat Andreas hier geführt: http://konvergenz.kaywa.com/p157.html. Quintessenz: Mit reiner Publikation lässst sich kein Geld mehr verdienen mit Positionierung sehr wohl. Das gilt wohl auch für Zeitungen und deren modernen Ablegern, den Blogs.

  17. Pingback: Columbus - Suchen und Finden - Reply zu Jobblog.ch Post

  18. Wenn man das Ganze noch etwas weiter treibt, könnte man auch sagen, dass Suchmaschinen Daten klauen. Insbesondere, wenn sie noch ein Caching einsetzen.
    Das bringt aber genau Traffic / Bekanntheit etc. Deshalb find ichs prinzipiell ok, wenn eine Webseite (Fremd-)Daten „übernimmt“. Sie sollte dies aber explizit erwähnen, zb anhand einer Quellenangabe.

  19. Pingback: Interessante Zeiten » Weblog-Etikette

  20. (K)ein Märchen

    Es war einmal ein Schweizer namens WM, der eine Leistung anbot, die er gerne bekannter gemacht hätte. Also bot er auf dem Markt Häppchen seines Könnens an. Diese Häppchen sollten vielen Menschen zugute kommen, weshalb unser Protagonist aufforderte, die Häppchen auch gerne auch auf anderen Ständen zu zeigen – natürlich nur, wenn man sie auf einem beschrifteten Tablett zeigt: ‚Diese Häppchen sind ein Angebot des Herrn MW‘. Weiter sollten die Häppchen so dargeboten werden, dass man beim Zugreifen wie von selbst an seinem Marktstand steht – ja, das Internet hat Scotty’s Kunst zur allgmeinen Fähigkeit werden lassen. Das alles war unter diesen Bedingungen nicht nur erlaubt, sondern sogar gewünscht.

    So ging denn einige Zeit ins Land, die Häppchen wurden gerne angenommen. Unser Mann bekam sogar Preise für dieses feine Angebot – zurecht, es ist kurzweilig und richtig gut. Alles war gut, bis er auf die Idee kam, genauer nachzusehen, wo überall seine Häppchen ausliegen und woher seine Kunden kamen. Und da entdeckt er, dass es einige Zeitgenossen gibt, die sein Angebot so wörtlich genommen haben, wie er es gar nicht meinte – Sapperlot! (mein Ideenklau bezüglich dieses Wortes tut mir leid). Also was tun: er könnte die entdeckten Standinhaber auffordern, seine Häppchen zu entfernen. Tut er auch – aber nicht nur direkt und diskret, sondern unter lautem ‚haltet den Dieb‘. Und wegen der Ehrlichkeit nennt er dabei auch gleich Ross und Reiter – auf einem grossen Aushang. Damit auch keiner etwas falsch verstehen kann, hofft er, nicht zu rechtlichen Schritten gezwungen zu werden. Lautstärke, Offenheit und Drohung sollen hier offenbar für eine rasche Reaktion sorgen. Das klappt auch.

    Viele Kunden an seinem Stand sind mit ihm empört, dass da einfach jemand stiehlt. Sie sind natürlich berechtigt der Meinung, dass niemand MW’s Häppchen so ohne ihn zu nennen wegnehmen und verteilen darf. Nur – hat das jemand getan? Nun, wo gehobelt wird fallen schon mal Späne, da zählen diese Details nicht. Auf jeden Fall fällt MW noch auf, dass ihm der Rolls aus der Garage entfernt wurde, und dass die Diebe ja wohl schlechte Dinge von ihren Eltern mitbekommen haben – oder vielleicht auch nur alles wieder vergessen haben aus der Kindheit. In extremis nur des Geldes wegen.

    So in der allgemeinen Aufregung laufen die ersten Reaktionen der Missetäter ein. Auch meldet sich ein verunsicherter Standbesitzer, der rasch nachfragt wegen der bei ihm gezeigten Häppchen. Und unserem Mann
    wächst so der Gedanke, sich wegen der korrekten Kennzeichnung seiner Ware schlau zu machen (Lizenzvorgaben). Einer der Diebe zeigt unserem Helden das Plakat ‚mitnehmen erlaubt und gewünscht (Bedingung: Tablett beschriften und Häppchen nur zeigen; wer eines haben will muss zu mir gebeamt werden)‘ auf dessen Stand – was dieser der Klarheit wegen natürlich sofort anpasst. Richtig so, schliesslich will er es ja nicht
    mehr so haben wie bislang.

    Auf seinem Stand klingt’s nun nicht mehr: ‚haltet den Dieb‘, sondern: ’so freundlich gehe ich mit Dieben um‘. Auf dem Aushang steht hinter den Namen der Übeltäter: ‚wieder OK‘. Schliesslich hat unser Mann ja mittlerweile Missverständnisse erkannt und beseitigt. Die benannten – und gar nicht wirklich mit der Juristerei bedrohten (in der Schweiz sind rechtliche Schritte ganz harmlos) – haben die Häppchen von ihrem Stand entfernt.

    Aber Stopp! War da nicht noch was? Hatte er nicht die Namen anderer laut im direkten Zusammenhang mit Diebstahl gerufen? Ach nein. Kein Problem, die hatten ja keine schlechten Absichten. Und weil einige aber doch etwas dreist waren, kann ja da ruhig stehen: X, Y, Z… sind keine Diebe mehr – da steht ja nur ‚ohne mein Einverständnis eingebunden‘, der Text ist ja angepasst. Und weil sie nach Beseitigung der Unklarheiten nun wirklich unrecht handeln würden, sind sie ja auch ein bischen selbst schuld am Dreck auf ihrer Jacke. Hätten ja mal mit MW sprechen können, man ist ja kein Unmensch nicht. Und was ist schon Rufschädigung im Vergleich zu einem ‚hätte auch ein Diebstahl sein können‘? (Hier sind doch wirklich Unterschiede in den nationalen Rechtsauffassungen zu erkennen)

    So freut sich unser Held über seine Großzügigkeit, seinen fairen Stil mit Unstimmigkeiten umzugehen, seine Gesprächsbereitschaft und seinen gesunden (schweizer) Menschenverstand.

    Ich bin zutiefst gerührt !

    Peter Speidel

  21. @ Dorian

    Ja, das stimmt: ich wünsche das Verlinken ausdrücklich. Weil das Bloggen davon lebt, Gedanken (als Links) weiterzutragen. Das tue ich auch (aber ganz bestimmt nicht nur), um meine Beratungsdienstleistungen bekannter zu machen. Da ich ja weder Internetprofi noch Jurist bin, habe ich damals gar nicht an die Übernahme per RSS gedacht und folglich nicht bedacht, dass man damit auch (und absolut legitimerweise) das Einspeisen von Links bzw. Titeln per RSS meinen könnte. Durch die Diskussion hier bin ich mir dessen bewusst geworden und habe meine Erläuterungen dahingehend geändert, dass unter zwei Bedingungen (Nennung der Quelle und mein OK dazu) erlaubt ist.

    Aus meiner Sicht besteht der Unterschied zu Google (und zu Aggregatoren wie slug.ch) in 2 Punkten: 1) Dort habe ich selbst mein Blog eingetragen. 2) Bei Google und den Aggregatoren ist eindeutig (auch für Nicht-Internetprofis) zu erkennen, dass die Beiträge nicht von Google bzw. den Aggregatoren kommen. Das war bei local.ch nicht der Fall – man konnte (bis zum Klicken auf den Beitragstitel) getrost annehmen, dass es sich um Inhalte von local.ch handelt.

    @ Peter Speidel
    Auch wenn ich nicht in allen Punkten mit Ihnen einig bin, so ziehe ich meinen Hut – Sie schreiben köstliche Geschichten! (Und das meine ich wirklich ernst – ohne Ironie!)

    @ alle
    Ich versuche noch einmal, meine Sicht klar zu machen:

    • Ja, ich bin interessiert daran, dass andere Webseiten – mit Nennung der Quelle – auf interessante Artikel im JobBlog verlinken. (Ist doch legitim – ganz unabhängig davon, aus welchen Überlegungen ich das will.)
    • Werden alle Beiträge bzw. Beitragstitel (z.B. über RSS) übernommen, wünsche ich, dass zu erkennen ist, dass es sich um JobBlog-Inhalte handelt. Und ich wünsche, vorher mein Einverständnis geben zu können. (Es wird mir wohl niemand dieses Recht absprechen wollen, hoffentlich.)
    • Ich habe nie, auch nicht ansatzweise, allgemeingültige Regeln für das Verlinken, Aggregieren oder was auch immer aufstellen wollen. Ich habe meine Sicht der Dinge klarstellen wollen. Und dieses Recht werde ich mir (auch hier im JobBlog) immer nehmen.
    • Wer sich daran stört, dass hier kontroverse Standpunkte aufeinander treffen, dem kann ich nur sagen: hey, das ist (auch) Bloggen! Es wird vielleicht Leserinnen und Leser geben, die meine Meinung nicht teilen und in Zukunft hier nicht mehr lesen wollen. Schade, aber wenn’s so sein muss …
    • Ich habe durch die Diskussion dazu gelernt – hier öffentlich nachvollziehbar. Und entsprechend einige Textpassagen geändert. Wenn man mir das vorwerfen will („So freut sich unser Held über seine Grosszügigkeit, seinen fairen Stil […]“), dann kann ich nur staunend den Kopf schütteln.
  22. Einfach damit es klar und deutlich gesagt ist – a) dieser Beitrag zieht ja mittlerweile Kreise, b) gerne nochmals der Verweis auf die Links zum Thema Linking. Links sind ein anderes paar Schuhe als die Übername ganzer Posts.

    Im Fall von local.ch sind die entsprechenden Links mit „Blogposts aus der Region“ klar als eben aus der Region gekennzeichnet und eben nicht als „by local.ch“ oder in irgendeineiner Art und Weise als von uns verfasst.

    Wir bei local.ch haben nie Blog-Inhalte von andern übernommen; wir linken auf Inhalte von andern. Diese Links sind ein intrinsisches Merkmal vom Internet – ohne Links kein World Wide Web und auch niemand der von diesem Blog (oder andern) ausserhalb des engen E-Mail Bekanntenkreises je erfährt, oder? Kommt dazu, dass jeder Blog auch auch auf andere Posts, Sites, etc. verweist, ohne je nachgefragt zu haben (oder wo ist z.B. der Copyright Verweis beim Link auf Google Mail hier in diesem Blog? Inbound Links sind Outbound Links, so einfach, oder?

    Um es mit Peter zu sagen: Sapperlot!

  23. Hmm. Ich dachte immer, dass wenn Inhalt per RSS weggegeben wird, man diesen auch auf einer anderen Seite anzeigen kann. Vergleiche die Definition auf Wikipedia für Sydication: „syndication drives exposure across numerous online platforms“ http://en.wikipedia.org/wiki/Web_syndication

    Ich würde meinen, damit gibt man den Inhalt frei, welche man in einem RSS-Feed zur Verfügung stellt, im Sinne von, er darf überall dargestellt werden.

    Deshalb würde ich Marcel Widmer das Recht absprechen, darüber bestimmen zu dürfen, ob/wie die Inhalte dargestellt werden, weil er es ja per RSS freigibt.

  24. Philipp: Nö, die Urheberrechtssachen gelten auch bei RSS. Ob man seine Artikel als HTML, PDF oder eben RSS rausgibt ist alles dasselbe. Das Format bestimmt nicht wirklich, was man mit dem Inhalt machen darf :)

  25. Pingback: blogbox.ch

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  27. Pingback: JobBlog - Marcel Widmer » Blogdiebstahl, sagt der Jurist

  28. Hallo!

    Ja finde das schon schlimm, vorallem wenn ganze Seiten einfach kopiert werden!

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